Zürich

«Die Pusteln sehen ähnlich einem Mückenstich aus»: Allergie auslösende Raupen entdeckt

Warnschilder weisen auf die Raupen-Gefahr hin.

Warnschilder weisen auf die Raupen-Gefahr hin.

Beim Birdlife-Naturzentrum Neeracherried sind Kinder auf Raupen des Eichen-Prozessionsspinners gestossen. Nun wird die Wiese gesperrt.

Für den Umweltwissenschafter Stefan Heller war schnell klar: Die Schulkinder, die vor zwei Wochen auf der Wiese beim Naturzentrum Neeracherried spielten, hatten Raupen des Prozessionsspinners entdeckt.

Sie zeigten ihm die Ketten bildenden Raupen, die über den Boden krochen. Ein Blick auf die Raupen-Prozession bestätigte den Verdacht. Heller warnte die Kinder davor, die Raupen zu berühren. Das Problem der kleinen Tierchen: Die Haare sind nesselnd und können im schlimmsten Fall eine heftige Reaktion auslösen.

Tatsächlich berichtete die Lehrerin nach dem Ausflug von Pusteln, die einige Kinder eingefangen hätten. «Die Pusteln sehen ähnlich einem Mückenstich aus», sagt Heller. Die Kinder haben Glück gehabt. Bislang ist Heller erst ein Fall aus dem Gebiet um das Neeracherried zu Ohren gekommen, der ebenfalls glimpflich verlaufen ist.

Eichen-Prozessionsspinner sind eine einheimische Art und halten sich gerne auf frei stehenden Eichen auf. «Aus Deutschland ist bekannt, dass die Art sich ausbreitet und mancherorts für Probleme sorgt», sagt Heller. Die Raupen könnte man wohl von den Bäumen absaugen oder mit Feuer bekämpfen, doch es reiche, die Wiese in der Nähe der Bäume abzusperren.

Die Raupen bilden an einem Ast der Eiche ein Gespinst. In diesen Tagen verpuppen sie sich dort. In drei bis fünf Wochen schlüpfen die Schmetterlinge. Diese Gespinste mit den Brennhaaren der geschlüpften Raupen zerfallen und werden vom Wind verweht. «Die Brennhaare sind sehr klein», erklärt Heller. «Doch kommt man in Kontakt mit ihnen, können sie eine allergische Reaktion auslösen.»

Zur Sicherheit lässt man den Platz um die Eichen während der nächsten Wochen gesperrt. Das Team um Stefan Heller hat Warnschilder angebracht, die Passanten über die Situation aufklären.

Frei stehende, gut besonnte Eichen wie jene zwischen Parkplatz und Strasse beim Naturzentrum stellen einen attraktiven Lebensraum für Prozessionsspinner dar. Laut Heller tragen die zunehmend warmen Temperaturen im Frühling und Sommer zur Verbreitung bei. «Doch Prozessionsspinner gehören zum Ökosystem Wald – wir werden uns an sie gewöhnen müssen.»

Die Eichen beim Naturzentrum werde man künftig im Auge behalten, um rasch handeln zu können, falls sich in den nächsten Jahren wieder Prozessionsspinnerraupen ansiedeln.

Die Schulkinder, die mit Pusteln vom Ausflug nach Hause gekommen sind, seien übrigens zum Glück alle wohlauf, sagt Heller. Und sie haben gelernt: Behaarte Raupen sollte man nicht anfassen.

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