Zürich

Die Polizei wird das Kasernenareal «bis auf Weiteres» nutzen

Das Polizeikommando soll weiterhin in der alten Polizeikaserne nahe des Stadtzürcher Zentrums verbleiben.

Das Polizeikommando soll weiterhin in der alten Polizeikaserne nahe des Stadtzürcher Zentrums verbleiben.

Der Zürcher Regierungsrat und der Zürcher Stadtrat wollen den «Masterplan Zukunft Kasernenareal» umsetzen: Der Kanton will unter anderem die alten Zeughäuser im Baurecht an die Stadt abgeben und sich mit maximal 30 Millionen Franken an deren Instandstellung beteiligen.

Das Areal der Militär- und Polizeikaserne im Zürcher Stadtkreis 4 umfasst sechseinhalb Hektaren und gehört dem Kanton. Mit dem für 2020 vorgesehenen Bezug des neuen Polizei- und Justizzentrums (PJZ) werden grosse Bereiche davon frei.

Der im November 2014 vorgestellte Masterplan, der die weitere Entwicklung des zentral gelegenen Areals aufzeigt, ist nun vom Regierungs- und Stadtrat definitiv bewilligt worden, wie die beiden Behörden am Donnerstag mitteilten.

Kanton will nicht verkaufen

Die beiden Kasernengebäude sollen demnach weiterhin kantonalen Aufgaben vorbehalten bleiben: In der Militärkaserne wird das Bildungszentrum für Erwachsene (BiZE) einziehen, wobei das Erdgeschoss für eine publikumsorientierte Nutzung - etwa ein Restaurant - geöffnet wird. Die Polizeikaserne wird vom Kommando der Kantonspolizei genutzt - laut Mitteilung "bis auf Weiteres".

Für die Zeughäuser sieht der Masterplan eine kleinräumige, quartiernahe Nutzung für lokales Gewerbe, Kultur und soziale Einrichtungen vor.

Ein Verkauf jener Teile, die der Kanton nicht mehr beansprucht, kommt für die Regierung nicht in Frage. Auf Grund der zentralen Lage stehe dies nicht zur Diskussion. Das gesamte Ensemble soll vielmehr "langfristig als strategische Reserve für den Kanton" erhalten bleiben.

Die Zeughäuser will der Kanton deshalb der Stadt Zürich für 50 Jahre im Baurecht für jährlich 410'000 Franken abgeben. Diese Gebäude wurden in den vergangenen vier Jahrzehnten kaum saniert und weisen gemäss Mitteilung einen unterdurchschnittlichen Ausbaustandard auf.

Um die Zeughäuser herzurichten, wird mit Kosten von rund 55 Millionen Franken gerechnet. Der Kanton will sich daran mit maximal 30 Millionen beteiligen.

Der Masterplan gelangt nun indirekt in die Parlamente: Der Kantonsrat muss die entsprechenden finanziellen Mittel genehmigen. Der Stadtzürcher Gemeinderat wird über den Baurechtsvertrag und das Umbauprojekt der Zeughäuser befinden.

Das Ringen um die Nutzung

Um die weitere Nutzung des Zürcher Kasernenareals wird auf der politischen Ebene seit längerem gerungen. Dass der Kanton weiterhin einen Teil für die Kantonspolizei behalten will, sorgte für grossen Unmut.

Im Abstimmungskampf über den 570-Millionen-Kredit für den PJZ-Neubau wurde argumentiert, dass bei einer Annahme das Kasernenareal vollständig frei werde.

Im Zürcher Kantonsrat und im Zürcher Gemeinderat wurden in den vergangenen Jahren mehrere Vorstösse eingereicht. Gerade ist im Kantonsparlament eine SP-Motion eingegangen, welche einen Kredit für eine Vergrösserung des neuen Polizei- und Justizzentrums verlangt. Dies unter anderem "um den Volkswillen umzusetzen", damit das "gesamte Kasernenareal für eine öffentliche Nutzung" frei werde.

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