Zürich

Die Oper im Knopfloch wird 20 Jahre alt: «Nähe zum Publikum ist wichtig»

Nina Valotti als Bradamante und Fabrice Raviola als Artlante in «Angelica, vincitrice di Alcina» von Johann Joseph Fux, der Jubiläumsproduktion der Oper im Knopfloch, die 1999 von der Sängerin Rosina Zoppi gegründet wurde.

Oper im Knopfloch

Nina Valotti als Bradamante und Fabrice Raviola als Artlante in «Angelica, vincitrice di Alcina» von Johann Joseph Fux, der Jubiläumsproduktion der Oper im Knopfloch, die 1999 von der Sängerin Rosina Zoppi gegründet wurde.

Die Zürcher Oper im Knopfloch, gegründet von der Sängerin Rosina Zoppi, setzt auch im Jubiläumsjahr auf ein unbekanntes Werk. Aufgeführt wird «Angelica, vincitrice di Alcina» von Johann Joseph Fux im Theater Stok.

Es sind Ritter und Ungeheuer, die seit Samstag das Zürcher Theater Stok in eine fantastische Zeit hinein versetzen. Sie kommen auf Geheiss der Oper im Knopfloch, die mit dem Werk «Angelica vincitrice di Alcina» von Johann Joseph Fux ihr 20-jähriges Bestehen feiert.

«Es ist eine barocke Zauberoper, die wir aufführen», sagt Rosina Zoppi, die künstlerische Leiterin und Gründerin der Oper im Knopfloch. Ihre Produktionen zeichnen sich dadurch aus, dass sie in Kleintheatern gespielt werden, dabei aber grosse Emotionen auslösen können. «Es war von Beginn weg unser Ziel, Opern im Kleinformat aufzuführen. Die Nähe zum Publikum ist wichtig», sagt Zoppi.

Spannend ist, dass die neue Produktion «Angelica vincitrice di Alcina» ursprünglich als bombastisches Werk erschaffen wurde. Fux komponierte die Oper, deren Libretto aus der Feder von Pietro Pariato stammt, zur Geburt des Prinzen Leopold Johann von Österreich. Die Uraufführung fand 1716 auf zwei Inseln in einem Teich im Park vom Schloss Favorita bei Wien statt.
Das Werk basiert auf einigen Episoden von «Der rasende Roland», einem Epos von Ludovico Ariosto. In Zürich wird das Werk verständlicherweise reduziert dargeboten. «Das klappt bei manchen Stücken, bei anderen nicht», sagt Zoppi. Gesungen wird wie im Original auf Italienisch und die verbindenden Texte der literarischen Vorlage werden in Deutsch wiedergegeben.

«Die Oper wird auch als Festa teatrale bezeichnet, das schien mir ideal für unsere Jubiläumsproduktion», sagt Zoppi, die seit der Gründung für die Stückauswahl verantwortlich ist. Sie achtet darauf, dass sie Werke findet, die weniger bekannt sind, die aus unterschiedlichen Epochen stammen und sich vom Stil her immer wieder unterscheiden.

Die Leiterin spielt selber mit

Wie in den vergangenen 20 Jahren ist auch die neue Produktion sparsam inszeniert. Es gibt keine opulente Kulisse oder pompöse Kostüme. Der Schwerpunkt liegt allein auf der Musik und der Darbietung – die Oper als Kleinkunst wurde zum Markenzeichen der Oper im Knopfloch. «Schauspieltalent ist dabei sehr wichtig, denn was man auf der grossen Bühne kaschieren kann, ist in einem Kleintheater genau zu erkennen», sagt Zoppi.

Ein festes Ensemble hat die Oper im Knopfloch nicht, deren Name auf die Blume im Knopfloch zurückgeht. «Selbstverständlich gibt es Künstlerinnen und Künstler, die schon länger dabei sind, aber ich stelle das Ensemble jeweils für das Stück neu zusammen.»

Bei «Angelica vincitrice di Alcina» sind das fünf klassische Sängerinnen und Sänger, eine Popsängerin und ein Kleinorchester mit Querflöte, Gitarre, Theorbe, Kontrabass und Cembalo.
Zoppi selbst ist Teil des mehrheitlich jungen Ensembles. Die ausgebildete Mezzosopranistin spielt seit der ersten Aufführung mit. «Ich bin eine leidenschaftliche Sängerin», sagt sie. In der Jubiläumsproduktion bekleidet sie die Rolle der bösen Zauberin Alcina.

Neben der Oper im Knopfloch verfügt Zoppi als Solo-Künstlerin über ein beachtliches Repertoire und bietet auch selber Gesangsunterricht an. Mit dem Theater Stok am Hirschengraben fand sie bereits vor 18 Jahren die ideale Heimbühne. «Es ist ein kleines Theater, das die Nähe zum Publikum erlaubt. Zumal sich die Bühne gegen drei Seiten ausrichten lässt.»

Sechs Aufführungen stehen in Zürich auf dem Programm, danach will Zoppi eine Tournee planen. «Weil wir ohne grosses Equipment arbeiten, sind wir sehr mobil.»

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