Zürich

Die Löwen im Beton-Kolosseum: Die künftige Arena der ZSC Lions

In der Swiss-Life-Arena in Altstetten wird 2022 das erste Spiel ausgetragen.

In der Swiss-Life-Arena in Altstetten wird 2022 das erste Spiel ausgetragen.

In zwei Jahren wird die Eishockeysaison 2022/23 eröffnet. Die Zürcher spielen dann in ihrem neuen Zuhause.

Während in der Stadt Zürich am 27. September zum wiederholten Mal darüber abgestimmt wird, ob für die beiden Fussballvereine FC Zürich und Grasshopper Club Zürich überhaupt ein neues Fussballstadion gebaut werden darf, wächst die neue Arena der ZSC Lions in Altstetten längst in die Höhe. In fast genau zwei Jahren soll im «Theater of Dreams», wie die Swiss-Life-Arena noch ohne Namenssponsor genannt wurde, das erste Bully stattfinden. Dann steht der Start zur Eishockeymeisterschaft 2022/23 an.
Auf den Umzug vom Hallenstadion in Oerlikon ins eigene Zuhause in Altstetten freuen sich die ZSC Lions, wie Löwen-CEO Peter Zahner gestern bei einer Baustellenbesichtigung sagte. «Wir stehen an der Schwelle, mit dem neuen Stadion Geschichte zu schreiben», heisst es auch in einer Broschüre für den Business-Club und die Vermarktung der Logen.


In der neuen Halle ist alles auf den Erfolg ausgerichtet: Sportlich wird die Halle den Eishockeyanern ideale Voraussetzungen bieten. Derzeit ist davon allerdings noch nicht allzu viel zu sehen – die Räume stehen im Rohbau da, grauer Beton dominiert überall. Doch Bruno Vollmer, ZSC-COO, sieht bereits das Gewusel in den Gängen, die Farben an den Wänden. «Hier», sagt er begeistert, «kommen Bilder an die Wände, es wird eine Hall of Fame geben, die unsere Spieler beim Gang in die Garderobe stolz macht.» Er weist in zwei dunkle Räume; da entsteht ein Kraftraum (350 Quadratmeter), direkt daneben ein Gymnastikraum (250 Quadratmeter.) Eine Schiebetüre wird die Räume verbinden: «Dann ist genug Platz und Auslauf da, um Sprints zu trainieren.»


Die zukünftige ZSC-Garderobe – auch diese ist derzeit erst ein grauer Raum – wird gemäss Vollmer oval und hell gestaltet. Denn dann würden sich alle Spieler sehen. Und das ZSC-Logo wird nicht mehr am Boden der Garderobe angebracht, sondern prangt an der Decke. «Damit man nicht draufsteht», sagt Vollmer. «Und es sieht auch besser aus.» Im Weiteren werden unter anderem zur Regeneration zwei Kältebecken installiert; dort können sich die Spieler in hüfthohem, drei Grad kaltem Wasser erholen. Gemäss Vollmer werden die Gästeteams in der neuen Halle von ähnlichem Komfort profitieren können, einfach in etwas kleinerem Massstab. «Wir begrüssen sie freundlich», sagte Vollmer. Zumindest in der Halle, nicht unbedingt auf dem Eis.

SLA_BlickrichtungZuerich

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Es wird in die Halle regnen


Auch wirtschaftlich bringt die eigene Halle den ZSC Lions Vorteile. Anders als im Hallenstadion kann der Verein weitere wichtige Zusatzeinnahmen generieren. Dies beispielsweise im Bereich des Caterings, bei der Vergabe des Namensrechts für die Arena oder bei der Gestaltung und dem Betrieb von Business-Club und Logen. Dort gibt es auch eine der architektonischen Besonderheiten, die der neuen ZSC-Heimstätte ihr eigenes Flair geben. Durch ein Loch im Dach strömt nicht nur Licht herein – es wird auch in ein rundes Becken regnen und schneien. «Das wird zu einer speziellen Atmosphäre beitragen», sagt Vollmer.


Auch von aussen fällt die Eishockey- und Eventhalle in unmittelbarer Nähe des Bahnhofs Altstetten und direkt neben des Autobahnasts N1H auf. Die Wände aus Sichtbeton sind entlang der 170 Meter langen und 110 Meter breiten Halle gewellt; dies verweist auf Vorhänge in einem Theater und damit auf den Projektnamen «Theater of Dreams». «Architektonisch ist das am Stadteingang ein Schmuckstück», sagt Vollmer.


Die ZSC-Halle wird Platz für 12 000 Zuschauer bieten. Sie ist multifunktional nutzbar – für andere Sportarten wie Unihockey oder auch Anlässe wie Generalversammlungen oder auch Kinopremieren.
Im Vergleich zum Zürcher Fussballstadion scheint das Eishockeyprojekt relativ rasch vorangekommen zu sein. Allerdings reichen auch hier die ersten Planungen weit zurück. So einigten sich die Stadt Zürich und die ZCS Lions bereits 2009 auf den Standort in Altstetten. Die Kosten werden auf rund 170 Millionen Franken veranschlagt. Das Projekt wird einerseits vom ZSC privat finanziert. Die öffentliche Hand unterstützt das Projekt aber andererseits durchaus – so leistet die Stadt Zürich unter anderem einen jährlichen Betriebsbeitrag von zwei Millionen Franken.


Die Coronakrise hatte bislang keinen Einfluss auf den Bau. Der Zeitplan kam den ZSC Lions dabei auch entgegen; während des Lockdowns standen Rohbauarbeiten an – auf der Baustelle befanden sich nicht so viele Arbeiterinnen und Arbeiter, wie dies während der späteren Innenausbauten der Fall sein wird. «Wir haben unser Projekt auch nicht an Corona angepasst, wir verzichten nicht auf jeden zweiten Sitzplatz», sagte Peter Zahner. «Wir hoffen, dass sich bis Herbst 2022 die Situation wieder normalisiert.»

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