Wer über die Hardbrücke mit dem Bus zur Arbeit fährt, kannte die sich seit nun mehr als zwei Jahren laufend verschiebenden Bushaltestellen – besonders im Bereich des S-Bahnhofes Hardbrücke. Für Fussgänger und Velofahrer glichen die Wege über die Brücke einem ausgeschilderten Labyrinth, das sich immer wieder aufs Neue veränderte. Wer mit dem Auto unterwegs ist, der hat sich vielleicht schon an den seit März beidseitig eingeschränkten Verkehr und Stau auf der Brücke gewöhnt. Die beiden Geroldrampen sind für Motorfahrzeuge seither gesperrt. Umfahrungen in beiden Fahrtrichtungen führen über die Duttweilerbrücke. 

Doch etwas ist neu an diesem Morgen: Auf der Pfingstweidrampe, die auf die rechte Fahrspur der Hardbrücke führt, sind Tramgleise in den Boden eingelassen. Die Strasse ist geteert. Künftig wird hier die Tramlinie 8 die beiden Stadtkreise Aussersihl und Zürich-West miteinander verbinden. Neben dem Tram steht die Auffahrt künftig auch dem Fussgänger- und Veloverkehr offen.

Die Gleise münden von der Rampe in zwei Richtungen in den Knoten Hard- und Pfingstweidstrasse ein. Nahtlos. So als hätten sie das schon immer getan. Links geht es zur Toni-Areal-Haltestelle, geradeaus und in Sichtweite befindet sich die Haltestelle Schiffbau.

Bauen, wenn der Verkehr rollt

Der Gleisanschluss über die Rampe hinauf zur Hardbrücke, erfolgte erst vor wenigen Tagen. Wie die Verkehrsbetriebe Zürich (VBZ) mitteilen, wurden die für den Anschluss benötigten Gleise und Weichen in einem Tag angeliefert, mit einem Kran in Position gebracht, von etwa einem Dutzend Bauarbeitern verlegt, angeschlossen und vergossen.

Oliver Gfeller von der Kommunikation der VBZ sagt: «Eine Herausforderung während des Einbaus der Gleise zum Pfingstweidanschluss war, dass der Verkehr unterhalb der Hardbrücke uneingeschränkt weiter rollte.» Zusätzlich hätte das Industriegleis der SBB für die Getreidelieferungen zum Swissmill-Gebäude an der Limmatstrasse jederzeit in Betrieb bleiben müssen.

Tramverbindung Hardbrücke

Tramverbindung Hardbrücke

Die Tramverbindung Hardbrücke, ein Projekt von Stadt und Kanton Zürich, ist ein wichtiges und zentrales Element in der Netzentwicklungsstrategie der Verkehrsbetriebe Zürich. Die geplante Neubaustrecke verbindet den Hardplatz über einen Teil der Hardbrücke mit den Gleisen des Tram Zürich-West bei der Haltestelle Schiffbau – ein kleiner Abschnitt mit grossem Netznutzen. Die Linie 8 kann über den Escher-Wyss-Platz ins Werdhölzli verlängert werden und schafft so direkte Verbindungen zwischen den Quartieren Aussersihl und Zürich-West. Das Zürcher Tramnetz wird ausserdem optimal mit dem Bahnhof Hardbrücke verknüpft. Die Tramverbindung Hardbrücke ermöglicht damit cleveres Vorwärtskommen innerhalb der Stadt und ins ganze Kantonsgebiet, für Beruf und Freizeit.

Mit der neuen Tramstrecke über einen Teil der Hardbrücke verbindet die Linie 8, die Kreise 4, 5 und 10. Ab Dezember verkehrt die Tramlinie über den Escher-Wyss-Platz bis zum Werdhölzli.
Damit ist die letzte Etappe 130-Millionen-Franken-Baustelle angebrochen. In den nächsten Monaten werden der Hardplatz im Kreis 4 fertiggestellt, Fahrleitungen angebracht und der westliche Brückenbau abgeschlossen. Überdachte Bushaltestellen beim S-Bahnhof sowie die Treppe, die direkt zum Maag-Areal führt, sollen in den kommenden Wochen in Betrieb genommen werden.

Während auf der Brücke rege weitergearbeitet wird, ist darunter weitestgehend Ruhe eingekehrt. Kurz vor dem Abgang zu den S-Bahngleisen arbeiten ein paar Bauarbeiter am bereits erkennbaren Kreisel. Die Fussgänger- und Velowege sind weitestgehend von Abschrankungen befreit. Lediglich in Richtung Tramhaltestelle Schiffbau zeugen noch ein paar kleinere Absperrungen vom Mammutprojekt zwischen dem Kreis 4 und 5.