Zürich

Die Kirchensynode will trotz Kostendiskussion eine Stadtakademie gründen

Die Kirchensynode weist den Vorschlag des Kirchenrats (im Bild) zur Überarbeitung zurück.

Die Kirchensynode weist den Vorschlag des Kirchenrats (im Bild) zur Überarbeitung zurück.

Die evangelisch-reformierte Synode des Kantons Zürich hat am Dienstag klar gemacht, dass sie zwar eine Stadtakademie wünscht, aber nicht in der Form, wie der Kirchenrat sie vorgeschlagen hatte.

Das Kirchenparlament trat auf die Vorlage ein, wies sie aber zur Überarbeitung zurück.

Der Kirchenrat (Exekutive) hatte beantragt, im Kirchgemeindehaus Zürich-Enge eine Stadtakademie einzurichten. Sie sollte „breite, informierte und interessierte“ Kreise aus dem ganzen Kanton ansprechen, auch solche, die bisher nicht oder kaum erreichbar waren. Insgesamt sollte sie ein „Leuchtturm“ sein für die Kirche und deren Inhalte.

Für die Herrichtung des Kirchgemeindehauses beantragte der Kirchenrat rund 1,8 Millionen Franken. Die Stadtakademie sollte gemäss Vorlage ihren Betrieb im Herbst 2016 aufnehmen. Die Absicht war, mit den künftigen Stadtakademien Basel-Stadt, Bern und St. Gallen zusammen zu arbeiten.

Die Idee einer Stadtakademie ist nicht neu. Schon in den Legislaturzielen 2008-2012 und 2012-2016 war sie enthalten. Der zuständige Kirchenrat Daniel Reuter (evangelisch-kirchliche Fraktion) appellierte deshalb an die Synodalen, die Chance wahrzunehmen und das Projekt jetzt einen Schritt voran zu bringen.

Diskussion um Kosten

Die Schaffung einer Stadtakademie als solche wurde im Parlament nicht bestritten. Im Zentrum der Diskussion standen die Kosten. Die Höhe der nötigen Investitionen für die vorgesehenen Räumlichkeiten sei stossend - gerade angesichts der Einsparungen in den letzten Jahren. Eine Stadtakademie brauche zu Beginn keine repräsentativen Bauten, sondern „repräsentative Arbeit“, sagten die einen.

Das Kirchgemeindehaus Enge sei ideal, erklärten die anderen: gut gelegen und grosszügig. Es sei die Investitionen wert, man müsse jetzt einfach den Mut haben, etwas Neues anzupacken und „das Geld hinzuklotzen“. In den ersten beiden Versuchsjahren sei Gelegenheit, ein Profil zu entwickeln. Dann könne man wo nötig „korrigieren und anpassen“.

Manche befürchteten, die Stadtakademie werde sich vorab an „gut Gebildete und gut Verdienende in der Zentrumsstadt“ richten, dass die Landbevölkerung sowie sozial Schwache zu kurz kämen. Ein Leuchtturm müsse aber für alle brennen.

Auch ein ökumenisches Zusammenspannen mit der katholischen Paulusakademie wurde vorgeschlagen. Laut Kirchenrat Reuter waren aber die beiden Seiten im Gespräch zum Schluss gekommen, dass jede für sich eine Stadtakademie betreiben wolle, dass man inhaltlich aber durchaus zusammenarbeite.

Nach mehrstündiger Diskussion votierte die Synode mit 62 zu 35 Stimmen bei zwei Enthaltungen für Rückweisung. Der Kirchenrat hat jetzt den Auftrag, die Vorlage zu überarbeiten. Dank der Eintretensdebatte ist klar, wo er mit Verbesserungen ansetzen soll. (sda)

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