Zürich Höngg

Die Jubiläumsausstellung steht bevor: Marta Elizondo fördert seit 1999 die hispanoamerikanische Kultur

Marta Elizondo schreibt Gedichte, lehrt Spanisch, handelt mit Kunst und organisiert seit 20 Jahren Ausstellungen.

Marta Elizondo schreibt Gedichte, lehrt Spanisch, handelt mit Kunst und organisiert seit 20 Jahren Ausstellungen.

Das Centro Cultural Hispanoamericano feiert sein 20-Jahre-Jubiläum. Dabei werden Bilder der Künstlerin Fabiola Quezada ausgestellt.

Ob Gemälde, Skulpturen oder zeitgenössische Literatur und Lyrik: Marta Elizondo setzt sich seit zwei Jahrzehnten für die Förderung hispanoamerikanischer Kunst ein. Und ihre Kunstaffinität spürt man sofort: Ihr Büro ist mit zahlreichen Kunstwerken geschmückt. Die aus Mexiko stammende Autorin gründete 1999 das Centro Cultural Hispanoamericano an der Riedhofstrasse in Zürich Höngg.

Zum 20-Jahre-Jubiläum des Kulturzentrums hat sie eine neue Ausstellung organisiert. Vom 9. bis 28. September werden Bilder der mexikanischen Künstlerin Fabiola Quezada gezeigt. Auf ihre Kunstwerke wurde Elizondo in einer Galerie in Zürich aufmerksam. «Die Farben ihrer Bilder strahlen viel Fröhlichkeit aus. Das finde ich sehr passend für das Jubiläum», sagt Elizondo. Am gleichen Tag, an dem sie die mexikanische Malerin kontaktierte, meldete sich die Ecuadorianerin Laura Nieves bei ihr. Nieves zeigte Interesse, ihre Gedichte im Kulturzentrum lesen zu dürfen. Für Elizondo war klar, dass dies kein Zufall sein konnte.

Literatur und Musik an der Vernissage

«Da Laura Nieves ebenfalls Lyrikerin ist, haben wir uns sofort verstanden.» Schnell stand die Idee, die Vernissage am Samstag, 7. September, mit einem Lyrikabend zu bereichern und drei Wochen später, am 28. September, ebenfalls mit einem Lyrikabend zu beenden. Dabei werden Autorinnen und Liedermacher aus verschiedenen lateinamerikanischen Ländern ihre Werke präsentieren. Neben Nieves, der Peruanerin Jeny Canonica und dem Argentinier Pablo Lacolla wird auch Elizondo selbst an der Finissage Auszüge aus ihrem neusten Buch «Mystische Gegenwart» zum Besten geben.

Elizondos Bücher sind nicht einfach lose Sammlungen von Gedichten. Stattdessen verfolgt jedes Buch ein Konzept, das sich wie ein roter Faden durch die Gedichte zieht. Thematisch setzt sich die mexikanische Lyrikerin mit Gegensätzen im Leben der Menschen auseinander, die sie in ihren Gedichten verbindet: «Wir alle haben Gutes und Schlechtes in uns. Aber wir finden Tag für Tag unser Gleichgewicht.» Ihre Gedichte schreibt sie auf Spanisch. Die meisten ihrer Bücher enthalten aber auch deutsche Übersetzungen der Texte. Dafür wendet sie sich jeweils an eine Übersetzerin aus Österreich, die in Madrid lebt.

In einem Ordner hat Elizondo die Geschichte des Centro Cultural Hispanoamericano zusammengetragen. Eine Vielzahl an Flyern und Fotos vergangener Anlässe finden sich darin. Und an jeden Anlass erinnert sie sich, als hätte er erst gestern stattgefunden. So erzählt sie etwa von einer Theateraufführung, die in den Räumen des Kulturzentrums aufgeführt wurde. «Das Theaterstück hier zu inszenieren war keine leichte Aufgabe», sagt Elizondo rückblickend. Auch über die Ausstellung eines Bildhauerkollegen ihres Bruders weiss sie genaustens zu berichten: «Seine Skulpturen kamen sehr gut an und verkauften sich dementsprechend gut.»

Nicht nur die Kunstwerke spanischsprachiger Künstler werden im Centro Cultural Hispanoamericano gezeigt. «Malerei und Bildhauerei sind etwas Universelles. Egal, welche Sprache man spricht: Jeder kann in den Kunstwerken etwas erkennen», erklärt Elizondo. Deshalb können auch Maler und Bildhauer anderer Nationen ihre Werke in Elizondos Kulturzentrum ausstellen. Bei Lesungen und Theateraufführungen stehe die spanische Sprache allerdings im Vordergrund.

Sie war zehn Jahre lang Lehrerin in Dietikon

Neben ihrer Tätigkeit als Autorin und ihrem Engagement für die Kulturförderung gibt Elizondo Spanischunterricht. Zehn Jahre lang war sie beispielsweise an der Berufsschule in Dietikon tätig. «Die spanische Sprache ist eine Weltsprache. Ob in Spanien, Mexiko oder Argentinien – überall kann man sich mit dieser Sprache verständigen.» Heute bietet Elizondo Spanischunterricht in ihrem Büro im Kulturzentrum an. Zudem führt sie bei Banken und Versicherungen Sprachkurse durch.

Elizondo liebt und lebt die spanische Sprache und die hispanoamerikanische Kultur. Und sie fühlt sich noch sehr mit ihrer Heimat verbunden. Deshalb unternimmt sie nach der Ausstellung eine Reise dorthin: «Einmal im Jahr besuche ich meine Mutter und meine Freundinnen in Mexiko.» Bis es so weit ist, hat sie aber noch alle Hände voll zu tun.

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Autor

Manuel Reisinger

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