Der geplante Bau der kantonalen Jagdschiessanlage in Bülach rückt einen grossen Schritt näher. Ab heute liegt der Gestaltungsplan für die Anlage auf. Bereits gestern wurde er den Medien und der Bevölkerung in der Bülacher Stadthalle vorgestellt.

Die Verantwortlichen vom Kanton betonten dabei, dass es sich um eine Anlage auf dem neusten Stand der Technik handeln wird – was die Umwelt- aber auch die Lärmthematik anbelange. «Die Anlage ist zudem so konzipiert, dass sie die drei bisher bestehenden im Kanton ersetzen kann», sagt Rolf Gerber, Chef des Amts für Landschaft und Natur.

Keine Grenzwerte überschritten

Dem Thema Lärm widmete die Baudirektion am Informationsanlass besonders viel Aufmerksamkeit. Es würden keine Grenzwerte überschritten. Dies bestätigte Jean-Marc Wunderli von der Eidgenössische Materialprüfungs- und Forschungsanstalt Empa. Diese hat mittels eines Testschiessens und eines rechnerischen Modells die Situation im Gebiet Widstud überprüft. Weder im Heimgartenquartier noch in Bülachs Norden würden die Grenzwerte von 55 beziehungsweise 60 Dezibel überschritten. Lediglich bei einem Bauernhof am Rande der Kiesgrube kämen die Werte nahe an die Grenze heran.

Damit sich die Bevölkerung aber mit eigenen Ohren davon überzeugen kann, findet auf Wunsch der Stadt Bülach an einem Samstag in naher Zukunft ein erneutes Testschiessen statt. «Wir hätten eigentlich lieber keine Schiessanlage hier», sagt Stadtrat Willi Meier. Allerdings sei es aussichtslos, diese verhindern zu wollen, weshalb man nun versuche, das Bestmögliche für die Stadt herauszuholen.

Um die Anlage zu realisieren, muss die Baudirektion neben dem Lärmschutz auch für eine zwei Hektaren grosse ökologische Ersatzfläche sorgen. Ein Teil davon ist das bereits realisierte Biotop am Simeligraben in unmittelbarer Nähe der geplanten Schiessanlage. Zudem sei geplant, auf Randflächen der Anlage neue Trocken- und Feuchtwiesen mit Flachgewässern und Hecken anzulegen, um die restliche Fläche zu kompensieren.

Gebaut und betrieben werden soll die Anlage am Ende nicht vom Kanton, sondern von einer privaten Trägerschaft. So würden für den Kanton keinerlei Betriebskosten entstehen.