Im Zentrum sei die Frage gestanden, wie ein Unternehmenssteuerregime zu gestalten ist, damit die Bedürfnisse eines wettbewerbsfähigen Unternehmensstandortes erfüllt werden, schreibt die GZA in einer Medienmitteilung.

Mit der USTR III erneuere die Schweiz die nationalen und die kantonalen Steuerregeln für Unternehmen. Die konkrete Ausgestaltung der USTR III sei von weitreichender Bedeutung für die Schweiz, für den Wirtschaftsraum Zürich und insbesondere für alle Unternehmen, die sich in der GZA und in der Schweiz niedergelassen haben oder die einen Standortwechsel in Betracht ziehen. Der Referent Peter Brülisauer, International Tax & Transfer Pricing bei Ernst & Young AG, Zürich, habe vor den Parlamentariern ausgeführt, welche neuen Regeln es der GZA und der Schweiz erlaubten, ihre Wettbewerbsfähigkeit und ihre Standortattraktivität nicht nur zu halten, sondern mit neuen Steuerregeln auch ausbauen zu können.

Brülisauer habe betont, wie wichtig ein politischer Konsens in dieser Frage sei. Die USTR III werde wegen regionaler und kantonaler Besonderheiten allen Politikern, sowohl auf kantonaler als auch auf nationaler Ebene, einiges abverlangen. Es sei daher wichtig, dass alle am gleichen Strick ziehen. Wohl sei die USTR III nur ein Mittel zum Zweck und werde zum Wohle aller durchgeführt. Wegen der notwendigen Standortattraktivität sei die USTR III aber für alle ein entscheidendes Projekt.

Die Schweiz und die GZA sind nicht allein

Eine erste Analyse des Entwurfs der Vorlage zeige: Neu dürften allgemeine Unternehmenssteuern für Kantone zwischen 13 bis 16 Prozent zu liegen kommen. Eine Absenkung unter die 13-Prozent-Grenze würde für viele eine Überforderung darstellen. Zudem zeige der Blick auf das internationale Umfeld: Das Steuer- bzw. Abgabeniveau verändere sich in anderen Ländern zusehends. Die Bewegung zeige tendenziell nach oben. Anders als noch vor wenigen Jahren gelte damit künftig: Das allgemeine Steuerniveau werde international nicht sinken, sondern eher steigen.

Aufwand und Ertrag ausgewogener gewichten

Die neue Schweizer Unternehmenssteuer-Gesetzgebung solle unter anderem über die Einführung neuer Boxen-Modelle die Forschungs- und Entwicklungsfunktionen möglichst nachhaltig fördern. Steuerabzüge auf der Aufwand-Seite stehen dabei Lösungen gegenüber, welche je nach dem verwertbaren Ergebnis eines Unternehmens zum Tragen kommen sollen.

Demnach liesse sich steuerliche Förderung dann rechtfertigen, wenn Unternehmen etwa für eine Lizenz-Box-Lösung genügend Substanz wie etwa Personal oder Know-How ausweisen können. Es sei davon auszugehen, dass Firmen mit nur geringer Substanz nicht in den Genuss von Lizenzboxen kommen werden, so Brülisauer Im Rahmen der USTR III sei jedoch auch zu überlegen, welche Massnahmen zur «Input»-Förderung eingeführt werden können.

Gerade wer im Wirtschaftsraum Zürich und in der Schweiz innovative und hochstehende Forschung und Entwicklung betreibe, käme dann allenfalls in den Genuss von Abzügen oder einer zu bemessenden steuerlichen Begünstigung von Förderungsprogrammen, die in Zusammenarbeit mit Partnern aus Wirtschaft und Wissenschaft betrieben werden. Die GZA begrüsst diesen konzeptuellen Ansatz.

Es ist sinnvoll, Unternehmen allfällige steuerliche Anreize mitunter dann zu bieten, wenn diese in der Greater Zurich Area Forschung und Entwicklung als substanzielle Grundlagen jeglicher Innovation fördern.

Dr. Balz Hösly, Verwaltungsratspräsident der GZA folgere für den Wirtschaftsraum Zürich, dass Unsicherheit Gift für einen Standort sei. Die Attraktivität jedes Wirtschaftsraumes ergebe sich immer aus einer Gesamtheit von wichtigen Standortkriterien. Faire und moderate Steuerbedingungen seien eines dieser Kriterien. Wenn diese wieder langfristig berechenbar werden, habe die Greater Zurich Area - und damit auch die Schweiz - im Wettbewerb mit anderen Metropolitanregionen sehr gute Karten.

Mit der im Rahmen der Unternehmenssteuerreform angestrebten steuerlichen Privilegierung von Lizenzerträgen liessen sich die Forschungs- und Entwicklungsfunktionen von Unternehmen nachhaltig fördern, sagt Ernst Stocker, Zürcher Volkswirtschaftsdirektor und Präsident der Stiftung Greater Zurich Area Standortmarketing. Dies könne gerade dem Wirtschaftsraum Zürich neuen Schub verleihen, weil hier bereits heute zahlreiche Unternehmen innovative und hochstehende Forschung und Entwicklung betreiben.

Die politischen und gesellschaftlichen Diskussionen um die Effekte der Zuwanderung, anstehende Volksabstimmungen und vor allem die Verhandlungen zu Steuerfragen haben im Wirtschaftsraums Zürich, in der Schweiz und international in den Zielmärkten seit rund zwei Jahren für Verunsicherung und teilweise Zurückhaltung gesorgt.

Dennoch habe die GZA 2013 ein solides Ergebnis erzielt, welches im Mittel der vorangegangenen Jahr die Stabilität der Organisation und eine kontinuierliche Vorwärtsstrategie unter Beweis stelle: Die GZA weise für das vergangene Jahr 362 geschaffene Arbeitsplätze und eine Bilanz von 89 Ansiedlungen im Wirtschaftsraum Zürich aus.

Die GZA fokussiere ihre Tätigkeiten auf die Schwerpunktmärkte USA, China und Europa. Sie unterstütze die nachhaltige Entwicklung und Erneuerung des Wirtschaftsraums Zürich, indem sie multinationale Unternehmen für eine Ansiedlung gewinne. (fwa)