30'000 Haushalte hat das Elektrizitätswerk der Stadt Zürich (ewz) mit seinem ewz-Zürinet erschlossen, rund 50'000 Wohnungen und Geschäfte wurden durch die Swisscom mit Glasfasern verbunden. Bisher sind die beiden Glasfasernetze getrennt.

Nach der Zustimmung des Zürcher Stimmvolks am 23. September zu einem Kredit von 400 Millionen Franken für den Bau eines flächendeckenden Glasfasernetzes können das Stadtwerk und die Swisscom nun ihre beiden Datenautobahnen verbinden. Dabei gehe man schrittweise von Zelle zu Zelle vor, sagte ewz-Telekomchef Peter Messmann am Dienstag am Rande einer Telekomtagung im Gespräch mit der Nachrichtenagentur sda. An jeder hängen ein paar hundert Haushalte.
Mehr Angebote

Dann können die Kunden die Angebote von beiden Netzen bestellen. Das heisst, auch in den Quartieren, die von der Swisscom erschlossen wurden, sind die Angebote der ein Dutzend Telekom- und TV-Anbieter des ewz-Zürinet über die superschnellen Datenleitungen verfügbar.

Somit können etwa die Bewohner von Albisrieden oder dem Enge-Quartier Fernsehen oder Internet beispielsweise von auf den Glasfaserleitungen der Swisscom von Drittanbietern beziehen. Umgekehrt sind die Top-Angebote der Swisscom nun auch in Altstetten oder Affoltern erhältlich, wo bisher nur das ewz Glasfaserleitungen gelegt hat.

Sobald die jeweiligen Anschlüsse zusammengeschaltet sind, wollen ewz und Swisscom dort die Bevölkerung und Firmen informieren. Wegen der Konkurrenz ergebe es keinen Sinn zu warten, sagte Messmann: "Wir gehen an den Markt, sobald wir bereit sind." Ob ein Anschluss bereit ist, ist auf den Internetseiten der Anbieter ersichtlich, wo man die Adresse eingeben kann.

Noch gedulden müssen sich allerdings die Gebiete, die vom ewz bereits vor der Kooperationsvereinbarung mit der Swisscom mit nur einer Glasfaser pro Haushalt erschlossen wurden. Diese werden bis 2015 auf vier Glasfasern nachgerüstet. Erst ab dann sind dort auch die Swisscom-Angebote erhältlich.
Bau auf Kurs

Glasfaserbau in Zürich auf gutem Fuss

Im nächsten Jahr wolle das ewz rund 22'000 weitere Anschlüsse legen vor allem in den Kreisen 6 und 10. Insgesamt sollen bis ins Jahr 2019 rund 240'000 Privathaushalte und Firmen angeschlossen werden. Das entspricht 90 Prozent des städtischen Gebietes.

Damit das Projekt schneller vorangetrieben werden kann und für das ewz günstiger ausfällt, hat dieses mit der Swisscom einen 30 Jahre gültigen Vertrag geschlossen. Gemäss diesem baut das ewz 75 Prozent des Netzes, die Swisscom 25 Prozent. Da die Swisscom ihre Anschlüsse in Zürich mittlerweile gelegt hat, ist es nun am ewz, den Rest zu erschliessen.

Das Zürcher Stimmvolk hat an der Urne zweimal Ja gesagt

2007 bewilligte das Stimmvolk einen Kredit von 200 Millionen Franken, und am 23. September 2012 hiess es mit 65 Prozent einen 400-Millionen-Kredit für den flächendeckenden Bau des Glasfasernetzes gut.

Der Ausbau soll nicht auf Kosten der Steuerzahler finanziert werden. Das ewz muss die 400 Millionen Franken bis in 30 Jahren wieder an die Stadt zurückzahlen. "Wir rechnen, dass das Glasfasernetz in 15 bis 20 Jahren Gewinn abwirft", sagte Messmann. (mis/sda)