Prävention

Die Gesundheit der Zürcher steht unter Beobachtung

Die Probanden liefern über einen Zeitraum von 25 Jahren Daten zu ihrem Lebensstil.

Die Probanden liefern über einen Zeitraum von 25 Jahren Daten zu ihrem Lebensstil.

Das Universitätsspital plant eine Langzeitstudie mit 20'000 Personen.

Wann geht ein Bewohner des Kantons Zürich zum Arzt? Wie viel Sport treibt er? Wie wirkt es sich aus, wenn jemand mit dem Rauchen aufhört? Solche Fragen treiben die Mediziner des Instituts für Epidemiologie, Biostatistik und Prävention (EBPI) des Universitätsspitals Zürich um.

Um langfristige Forschungsergebnisse über den Gesundheitszustand der Bevölkerung im Kanton zu erhalten, plant das EBPI ein Langzeit-Projekt unter dem Titel Health of Population Project Zurich, kurz Hopp Zürich.

Die Abkürzung sei nicht ganz zufällig gewählt, sagt Milo Puhan, Direktor des EBPI: «Die Assoziation zum Sport passt, schliesslich arbeiten wir in der Gesundheitsprävention.» Zum Gesundheitszustand der Bevölkerung werden bereits diverse Daten erhoben, etwa durch Spitalstatistiken, Krebsregister und Gesundheitsbefragungen.

Dies seien aber nur Momentaufnahmen, sagt Puhan. Hopp Zürich will 20 000 Studienteilnehmer aus dem Kanton über 20 bis 25 Jahre begleiten mit regelmässigen Befragungen und Untersuchungen.

So könne das Institut über längere Zeit Daten von denselben Personen sammeln über deren Lebensstil, Gesundheitszustand und ihr Bezug von Gesundheitsleistungen. Die Forscher versprechen sich etwa Erkenntnisse über Risikofaktoren, die zu chronischen Krankheiten führen, oder wie eine betagte Person nach einem ambulanten Spitalaufenthalt von der Spitex weiterbetreut wird.

In Zusammenarbeit mit dem statistischen Amt wird eine repräsentative Stichprobe gezogen. «Wir werden alte, junge, gesunde und kranke Zürcherinnen und Zürcher anfragen», sagt Puhan. Zurzeit konzentriere man sich auf Erwachsene.

Zu einem späteren Zeitpunkt könnten auch jüngere Studienteilnehmer dazukommen. Hopp Zürich verstehe sich auch als interaktive Plattform für die Bevölkerung. «Deshalb werden sich wohl einige Teilnehmer online selber zum Mitmachen melden», sagt der Institutsdirektor.

Zurzeit steht das Projekt noch in der Planungsphase. Puhan rechnet frühestens 2017 mit dem Start.

Pro Studienteilnehmer veranschlagt das EBPI Kosten von 1250 Franken und forderte vom Regierungsrat daher 25 Millionen Franken aus dem Lotteriefonds. Die Regierung hat den Betrag um 5 auf 20 Millionen gesenkt und beantragt nun dem Kantonsrat diese Summe zu bewilligen.

«Auch mit dem tieferen Beitrag ist die Durchführung des Projekts für zehn Jahre sichergestellt», sagt Gesundheitsdirektor Thomas Heiniger (FDP). Hopp Zürich sei wegweisend als erstes Langfrist-Projekt in der Schweiz.

Mit den Daten könne die Gesundheitsdirektion erkennen, ob die Ressourcen effizient und effektiv eingesetzt worden sind, sagt Heiniger. Allerdings könnten von den langfristigen Erkenntnissen wohl erst seine Nachfolger profitieren.

Puhan verspricht aber, dass bereits nach kurzer Zeit erste Daten, etwa zum Gesundheitszustand der Bevölkerung im Kanton, veröffentlicht werden.

Nach zehn Jahren muss das Projekt neue Geldgeber finden, denn dann endet die Mitfinanzierung durch den Lotteriefonds. Für die Weiterfinanzierung wird das EBPI laut Puhan vor allem auf Stiftungen setzen.

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