Zürich
Die fünf Houdini-Säle zeigen vorerst keine Filme mehr

Im Kino-Komplex an der Kalkbreite in Zürich hat der Brand die fünf Kinosäle unbrauchbar gemacht. Vorerst können keine Filme mehr gezeigt werden. Wie lange, wissen die Betreiber selbst noch nicht.

Oliver Graf
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Im Erdgeschoss ist der Feuerschaden umfassend: Co-Geschäftsführer Frank Braun im Kino Houdini, das seine Türen vorübergehend schliessen muss.

Im Erdgeschoss ist der Feuerschaden umfassend: Co-Geschäftsführer Frank Braun im Kino Houdini, das seine Türen vorübergehend schliessen muss.

KEYSTONE

Die Betreiber sind erschüttert: «Es ist leider wahr», hielten sie auf ihrer Homepage fest. Im Houdini, dem jüngsten Kino in der Stadt Zürich, habe es gebrannt. «Ursache und Ausmass sind im Moment noch unklar.» Auf verschiedenen Ausgangsseiten wurde das Kinoprogramm rasch angepasst. Zunächst wurden alle Vorstellungen gestrichen. Kurz darauf, noch während die Löscharbeiten im Gang waren, wurden dann auch die Filme von Mittwoch abgesagt. Am späten Nachmittag musste dann die Neugass Kino AG, die in Zürich auch das Riffraff betreibt, mitteilen, dass «der Betrieb vorübergehend eingestellt werden muss».

Für wie lange, das lasse sich noch nicht abschätzen, sagte Co-Geschäftsleiter Frank Braun. Der Feuerschaden im Erdgeschoss, also im Bar- und Eingangsbereich, sei «umfassend». Bis in die Lounge, die im oberen Geschoss untergebracht ist, sowie in die fünf Kinosäle mit 32 bis 54 Sitzplätzen drangen die Flammen zwar nicht vor. Aber gemäss dem Kinobetreiber dürften hier Hitze- und Rauchschäden entstanden sein. Nun müsse zunächst alles – von der technischen Einrichtung bis hin zu den dicken Sitzpolstern – überprüft werden, ob es Schaden genommen hat und ausgewechselt werden muss. Der angerichtete Sachschaden lässt sich laut Braun noch nicht exakt beziffern. Schutz und Rettung Zürich hatte ihn am Nachmittag in einer ersten Schätzung mit mehreren 100’000 Franken angegeben.

Das Kino Houdini in der Kalkbreite steht in Flammen.
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Das Kino Houdini in der Kalkbreite steht in Flammen.
Das Kino Houdini in der Kalkbreite steht in Flammen.
Das Kino Houdini in der Kalkbreite steht in Flammen.
Das Kino Houdini in der Kalkbreite steht in Flammen.
Das Kino Houdini in der Kalkbreite steht in Flammen.
Brand im Kino Houdini in der Kalkbreite
Feuerwehreinsatz vor dem Kino Houdini.
Feuerwehreinsatz vor dem Kino Houdini.
Feuerwehreinsatz vor dem Kino Houdini.
Einsatz der Rettungskräfte.
Die Badenerstrasse wurde für den Verkehr gesperrt.

Das Kino Houdini in der Kalkbreite steht in Flammen.

Twitter/Marcel Haertlein

Der Brand war am Morgen im Kino an der Badenerstrasse im Kreis 4 ausgebrochen. Anwohner und Passanten hatten gegen 7.30 Uhr Gestank und beissenden Rauch bemerkt und die Feuerwehr alarmiert. Diese konnte das Feuer schnell lokalisieren – es hatte seinen Ursprung im Bereich der Bar. Da der Brand mit einer starken Rauchentwicklung einherging, mussten die Einsatzkräfte auch 40 Personen aus den verwinkelt angeordneten Wohnungen über dem Kino evakuieren. Verletzt wurde niemand.

Laut Jörg Wanzek, Mediensprecher bei Schutz und Rettung, konnten die Einsatzkräfte das Feuer rasch unter Kontrolle bringen und löschen. Mithilfe von Hochleistungslüftern und den im Gebäude installierten Abzugsöffnungen konnte der Gebäudekomplex vom Rauch befreit werden. Um 10:28 Uhr gab Schutz und Rettung via Twitter Entwarnung: «Brand Kalkbreite: Letzte Arbeiten der Feuerwehr im Gang. Ganzes Gebäude entraucht.»

Weshalb am frühen Morgen im geschlossenen, menschenleeren Kino ein Feuer ausgebrochen war, stand gestern noch nicht abschliessend fest. Unter anderem der Brandermittlungsdienst der Kantonspolizei Zürich nimmt derzeit die entsprechenden Abklärungen vor. Laut Wanzek dürfte aber eine technische Ursache im Vordergrund stehen.

In den Wohnungen über dem Kino roch – oder stank – es gemäss verschiedenen Aussagen gestern Abend noch nach Rauch. Beschädigt wurden sie aber laut ersten Erkenntnissen nicht weiter. Die Bewohner konnten schon kurz nach Mittag in ihre Wohnungen zurückkehren.

Der markante Wohn- und Gewerbebau Kalkbreite, der auf einem Tramdepot steht, ist Ende August 2014 eingeweiht worden. Im Gebäude der Genossenschaft leben über 250 Personen und arbeiten rund 200 Gewerbler und Angestellte.