In alten Zeiten – als die Gemeinde Alt-stetten noch nicht zur Stadt Zürich gehörte – nannte man die Bewohner des Dorfes «Frösche». Dies weil die Gemeinde zwischen Ried (Albisrieden) und der Limmat lag. Auch andere Gemeinden trugen zu dieser Zeit liebevolle Kosenamen.

Aus der Erinnerungskultur an den Altstetter Übernamen entstand an der Eugen-Huber-Strasse bei der Abzweigung Friedhofstrasse ein Brunnen mit einer Bronzeskulptur – er trägt bis heute den Charakternamen «Frösche-Brunnen». Geschaffen hatte das Kunstwerk 1933 der Zürcher Künstler Salvatore Francesco Romerio. Den Auftrag erhielt Künstler Romerio vom damaligen und letzten Altstetter Gemeinderat. Der Brunnen mit dem Bronzefrosch symbolisiert den Meilenstein der Eingemeindung von Altstetten 1934. Das Dorf wurde zum Quartier der Stadt – heute mit 30 000 Bewohnern das Grösste von Zürich.

Nachbildung in Auftrag

Und genau dieses Wahrzeichen wurde im Dezember vor zwei Jahren geklaut. Noch heute ist unklar, wie die über 200 Kilogramm schwere Bronzefigur aus den Angeln gehoben und wegtransportiert werden konnte. Die Stadt erstattete aufgrund des Diebstahls Anzeige. Und wie Christoph Doswald, Vorsitzender der Arbeitsgruppe Kunst im öffentlichen Raum (AG KiöR), sagt: «Der Originalfrosch ist leider nicht wieder aufgetaucht.»

Der Verlust traf besonders die Altstetter Anwohner. Und ihre Forderung war deutlich: «Neuer Frosch für Zürich Altstetten», lautete sie. Wie die Lokalzeitung «Zürich-West» im vergangenen Jahr berichtete, starteten Anwohner gar eine Sammelaktion über das soziale Netzwerk Facebook, um den Frosch zu ersetzen.

In der Folge klärte die AG KiöR ab, wie der Frosch nachgebildet und Altstetten zurückgegeben werden könne. Das gesammelte Geld der Anwohner aber wird nicht für die Nachbildung benötigt. Die Kosten dafür werden von der Versicherung der Stadt Zürich übernommen. Der Auftrag für den Altstetter-Frosch wurde der sankt-gallische Kunstgiesserei für rund 25 500 Franken vergeben. Dennoch stellt die Nachbildung die Stadt zuerst vor eine weitere Herausforderung. Wie Bettina Burkhardt, Leiterin der Geschäftsstelle Kunst im öffentlichen Raum damals gegenüber «Zürich-West« sagte, dürfe die Froschbronze nicht einfach nachgebildet werden. Und zwar wegen der Urheberrechte des Künstlers, der 1943 verstorben ist.

Nun zeigt sich aber, dass seine Rechte am Kunstwerk nach 70 Jahren erschlossen sind – im Falle der Froschstatue war dies zu Beginn des Jahres 2014 der Fall. Deshalb wird die Nachbildung der Giesserei in der Ostschweiz anhand von Fotos des Frosches gemacht. Damit soll die Bronzestatue im Sommer 2017 wieder in Altstetten am Brunnen stehen und – wie einst das Original in den 30er-Jahren – aus seinem breiten Maul Wasser speien.