Birmensdorf
Die Freude war den sechs Musikern anzumerken

Im Gemeindezentrum Brüelmatt hatte Ueli Mooser mit seiner Tanzmusik-Kapelle ein Heimspiel.

Daniel Diriwächter
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«Abartig schön!», rief eine Stimme aus dem Publikum, als im Gemeindezentrum Brüelmatt am Freitag musiziert wurde. Dort spielte aber weder ein Teenie-Idol noch eine wilde Rock-Band, sondern die Tanzkapelle von Ueli Mooser mit dem Programm «Melodien auf Reisen».

Zu hören waren «Tanzmusik-Klamotten»: internationale Kompositionen, die einen Bezug zur Schweizer Volksmusik erkennen lassen. Die Kulturkommission Birmensdorf liess es sich nicht nehmen, mit Mooser eine der bekanntesten Persönlichkeiten der Gemeinde zum Konzert zu bitten.

Entsprechend umtriebig zeigte sich Vizepräsidentin Heidi Thüring-Loosli: «Wir sind mit 13 Freiwilligen vor Ort, die sich um das Publikum kümmern.»

Mooser ist einer der ganz Grossen der hiesigen Volksmusik-Szene. Sein Ruf als Komponist und Musiker hallt weit über die Grenzen des Genres hinaus.

Die NZZ bezeichnete ihn einst als «Ideenlieferant», der gegen 20 Instrumente beherrsche, und Mooser selbst ist auch Autor des Lehrbuchs «Die instrumentale Volksmusik».

«Diese Wertschätzung ist eine grosse Ehre», sagte Mooser vor dem Konzert gegenüber der Limmattaler Zeitung. Er halte sich jedoch noch immer für einen Aussenseiter. Aber auch für einen Pionier, der es wagt, unkonventionelle Wege zu gehen.

Auf neuem Terrain

Seine Tanzkapelle ist die erste Combo, die mit seinem Namen als Aushängeschild unterwegs ist. Mooser galt lange als sogenannter «Stör-Musikant»; ein begehrter Multi-Instrumentalist, der als Gast viele Formationen unterstützte. Mit der Kapelle dreht die Volksmusik-Koryphäe seit geraumer Zeit ihr eigenes Ding – und wagt sich auf neues Terrain.

Dank Moosers Tätigkeit als SRF-Musikredaktor, die er bis zu seiner Pensionierung 2007 ausübte, stand ihm der Zugang zu einem riesigen Archiv weit offen, das sein musikalisches Schaffen bis heute beeinflusst.

Zusammen mit Johannes Schmid-Kunz (Violine und Blockflöte), Fränggi Gehrig (Akkordeon), Sepp Wipfli (Klarinette und Saxophon), Patrik Stadler (Posaune) und Peter Gisler (Kontrabass) gibt Mooser mit Gitarre, Banjo und Melodica die eingangs erwähnten Tanzmusik-Klamotten zum Besten.

Beim Konzert im Gemeindezentrum
7 Bilder
Sepp Wipfli und Johannes Schmid-Kunz
Applaus für die Tanzkapelle
Ueli Mooser und seine Musiker
Ueli Mooser in seinem Element
Die Tanzkapelle Ueli Mooser in Birmensdorf
Johannes Schmid-Kunz führt durch das Programm

Beim Konzert im Gemeindezentrum

Daniel Diriwächter

«Ich habe mich in der internationalen Volksmusik umgehört und habe viele Parallelen zu unseren heimischen Werken entdeckt», so Mooser. Es selbst bezeichnet das Repertoire liebevoll als «altmodisches Zeugs»; es sei Tanzmusik, wie sie früher gespielt wurde.

Für das Programm «Melodien auf Reisen» wurde ein gleichnamiges Album produziert, das im Zytglogge-Verlag erschienen ist. Er halte gerne eine CD in den Händen, so Mooser, der selbst über eine Sammlung mit mehr als 30 000 Tonträgern verfügt.

«Schlussendlich geht es aber um die Qualität, egal auf welchem Medium die Musik gespeichert ist», meint er hinsichtlich der digitalen Revolution. Er wisse aber auch, dass heute gerade Konzerte die grösste Einnahmequelle für Musiker bedeuten: «Wir spielen aber nicht des Geldes wegen», hält er fest.

Der Auftritt stellte dies flott unter Beweis: Die Freude war allen sechs Musikern deutlich anzumerken.