Der Anteil der Frauen auf den diesmal 30 Nationalratslisten im Kanton Zürich ist im Schwinden begriffen.

Er ist jetzt mit 34,2 Prozent tiefer als noch 1991. Einen Höhepunkt erreichte der Frauenteil 2003 mit 38,4 Prozent, bei den folgenden Wahlen war bereits eine kleine Einbusse auf 37,7 Prozent festzustellen. «Ob das ein langfristiger Trend ist, lässt sich aber noch nicht sagen», meinte Peter Moser vom Statistischen Amt bei der Bekanntgabe einzelner Details zu den Nationalratswahlen 2011.

Die 30 Listen, auf denen sich insgesamt 802 Kandidatinnen und Kandidaten um einen der 34 Zürcher Sitze im Nationalrat bewerben, bieten der Wählerschaft eine bunte Vielfalt an Wahlmöglichkeiten, wie Regierungsrat Martin Graf feststellte. Er sprach von einer «farbigen Pracht». Tatsächlich bewerben sich neben den bekannten Parteien und ihren Jungparteien auch Neulinge wie die Su-
bitas, welche sich «Schluss mit der Männerdiskriminierung» auf die Fahne geschrieben hat, die Tierpartei Schweiz oder die Schweizerische Narrenpartei, die sich den Zusatz gegeben hat: «Die wenigstens Ehrlichen».

Durchschnittlich sind die Kandidierenden 41 Jahre alt, rund 3 Jahre jünger als noch 1999. 17 Prozent sind unter 25 Jahre alt, rund 7 Prozent befinden sich bereits im Pensionsalter, und der älteste Kandidat ist 83. Die Kandidierenden, die bereits im Nationalrat sitzen, haben im Schnitt rund 53 Jahre auf dem Buckel.

Hoffen auf die Glücksfee

Während die Listenzahl derjenigen Parteien, denen es bereits vor vier Jahren gelungen ist, genügend Wählerinnen und Wähler anzusprechen, um in Bern vertreten zu sein, entsprechend ihrem damaligen Wähleranteil bereits gegeben war, warten die Vertreterinnen und Vertreter der übrigen Listen mit Spannung auf die ihnen zugeloste Zahl; mit dieser Information konnten sie daran gehen, ihre Wahlplakate entsprechend zu vervollständigen. Als «Glücksfee» amtete Edith Wiederkehr vom Statistischen Amt, welche unter der Aufsicht von Regierungsrat Graf und Amtschef Giampiero Beroggi die Nummernzuteilung vornahm.

Hanspeter Haering, der für die EDU bei der Auslosung anwesend war, meinte am Ende, es sei doch etwas merkwürdig, dass seine Partei, die doch immerhin im Kantonrat mit Fraktionsstärke vertreten sei, zusammen mit Juxparteien auf eine ansprechende Listenzahl habe warten dürfen. Aber das Gesetz sei nun einmal so formuliert, freilich müsse man sich überlegen, ob es nicht zugunsten der im Kantonsrat vertretenen Parteien geändert werden sollte. Mit der der EDU zugelosten Listenzahl 19 war er nicht unbedingt glücklich, die Junge EDU rangiert mit Nummer 17 noch vor der Mutterpartei.

Keine «linke Hochzeit»

Die Listenzahlen sind nun bekannt, die Listen selber mit den Namen der Kandidierenden sind erst vom 30. August an auf der Website des Statistischen Amts publiziert. Noch bis zum 29. August haben die Parteien Zeit für die Angabe, welche Listenverbindungen sie eingehen wollen. Klar ist, dass etwa die Jungparteien von SVP, SP, FDP, GLP, EVP und EDU mit der Mutterpartei eine Listenverbindung eingehen, bei der CVP gibt es eine gemeinsame Liste von Junger CVP und CVP 60+, die Grünen erhalten Sukkurs von der Liste «Junge Grüne und Alte Füchse».

Dass die Jungsozialisten ihre Liste mit der SP verbinden, stand übrigens nicht von Anfang an fest. Wie Niklaus Scherr von der Alternativen Liste schmunzelnd erwähnte, wären die Jusos gar nicht abgeneigt gewesen, mit der Linken Alternative, zu der neben der AL auch die Partei der Arbeit gehört, eine Listenverbindung einzugehen. «Aber sie sind am Ende von der SP-Parteileitung in Bern zurückgepfiffen worden», sagte er, auch dort gelte offenbar der Grundsatz: Wer zahlt, befiehlt. So komme es halt nicht zu einer «linken Hochzeit». Immerhin kann Scherr als Erfolg verbuchen, dass eine Listenverbindung der Linken Alternative mit der Piratenpartei zustande kommen dürfte.

Gehen SP und Grüne zusammen? «Die Verhandlungen sind noch nicht abgeschlossen», heisst es dazu vom Parteisekretariat der SP.