Zürich

Die ETH Zürich droht mit einem Aufnahmestopp für Ausländer

Studentenumfrage: Macht der Ausländer-Aufnahmestopp Sinn?

Studentenumfrage: Macht der Ausländer-Aufnahmestopp Sinn?

Die ETH Zürich droht, keine ausländischen Studenten mehr aufzunehmen, falls sie nicht mehr Geld vom Bund bekommt. Die Umfrage zeigt, wie dieser Vorschlag bei den Studierenden ankommt.

Bildung Ohne genügend Kapazitäten für zusätzliche Studenten könne die ETH keine Studierende aus dem Ausland mehr aufnehmen, sagt Rektorin Heidi Wunderli-Allenspach. Sie will deshalb mehr Geld vom Bund.

Die ETH droht mit einem Aufnahmestopp für ausländische Studenten, falls sie nicht mehr Geld vom Bund erhält. Die Erhöhung der Bundesbeiträge hinkt laut Rektorin Heidi Wunderli-Allenspach hinter dem Wachstum bei den Studierendenzahlen nach.

Studenten aus dem Ausland: Eine Bereicherung

«Wenn wir nicht mehr Geld bekommen, können wir unsere Infrastruktur nicht ausbauen», sagte Wunderli-Allenspach in einem Interview mit der «NZZ am Sonntag». Und ohne genügende Kapazitäten für zusätzliche Studenten könnte die ETH «keine Studierenden aus dem Ausland mehr aufnehmen».

«Ich würde das bedauern, für die ETH Zürich und den Werkplatz Schweiz wäre das ein Schaden.» Gute Studentinnen und Studenten aus dem Ausland seien eine Bereicherung und belebten den Wettbewerb.

Jährlich brauche die ETH jeweils 30 bis 40 Millionen Franken mehr. Der Bund müsse mit seinen Beiträgen «das Wachstum der Studierendenzahlen gebührend berücksichtigen», sagte Wunderli-Allenspach. In den letzten zehn Jahren habe die ETH den Zustrom von Studierenden dank Einsparungen aus eigener Kraft finanziert.

«Luft ist draussen»

Deshalb stünden «Bauprojekte in der Höhe von einer Milliarde Franken» in den nächsten fünf bis sechs Jahren an. «Wir haben jahrelang mit allen Mitteln versucht, den Anstieg aus eigener Kraft zu bewältigen. Aber jetzt ist die Luft draussen.»

Vor einem Schritt wie einem Aufnahmestopp für ausländische Studenten würden einzelne Projekte zur Diskussion gestellt. «Die Frage ist, ob wir uns noch mehr Grossprojekte leisten können, wenn wir kein Geld haben, um unsere Leute genügend gut auszubilden.»

Eine Verdoppelung der Studiengebühren von heute rund 1200 Franken hält Wunderli-Allenspach ausserdem für gerechtfertigt – bisher sei das gescheitert. Höhere Gebühren für Ausländer lehnt sie aber ab: Die Lebenskosten in Zürich seien bereits eine grosse Belastung. «Wir wollen die besten Studierenden, nicht diejenigen, die es sich leisten können.» (sda)

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