Zürcher Spitäler
Die Einführung der Fallpauschale stellte ein System auf den Kopf – die Qualität hat nicht gelitten

Statt Tagespauschalen werden stationäre akutsomatische Spitalbehandlungen seit 2012 über leistungsbezogene Pauschalen pro Behandlungsfall abgerechnet: Dieser Systemwechsel sei einschneidend für die Spitallandschaft, doch habe er nicht zu Qualitätseinbussen geführt, heisst es in einer Zürcher Studie.

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Ein, vom Verband Zürcher Krankenhäuser, aufgestelltes Messprogramm ergab, dass trotz Fallpauschalen die Patientenzufriedenheit weiterhin gross ist. (Archiv)

Ein, vom Verband Zürcher Krankenhäuser, aufgestelltes Messprogramm ergab, dass trotz Fallpauschalen die Patientenzufriedenheit weiterhin gross ist. (Archiv)

Der Verband Zürcher Krankenhäuser (VZK) hat ein Messprogramm aufgestellt und von 2008 bis 2016 Befragungen durchgeführt. Ziel war es, die Situation vor und nach der Einführung der Fallpauschalen systematisch zu beobachten und darzustellen.

Alle Indikatoren dieses Messsystems würden den gleichen Schluss nahelegen, teilte der VZK am Montag mit. "Die Spitäler im Kanton Zürich konnten trotz umfassender Reform in den gemessenen Teilaspekten das wahrgenommene Qualitätsniveau halten."

Im Vorfeld der Systemumstellung geäusserte Befürchtungen hätten sich nicht bewahrheitet, heisst es im Bericht "Qualität und Fallpauschale?" Im Gegenteil, in den untersuchten Teilaspekten sei die Qualität eher gestiegen.

So sei die Patientenzufriedenheit weiterhin gross und die Zusammenarbeit mit den zuweisenden Ärzten habe sich leicht verbessert.

Verbesserungspotenzial vorhanden

Verbesserungspotenzial gebe es aber nach wie vor. Als Beispiel sind im Bereich Organisation, Management und Service die Wartezeiten während des Spitalaufenthaltes erwähnt. Sie werden von den Befragten als unangenehm empfunden.

Messen sei aber kein Selbstzweck, schreibt der VZK. Wichtig sei, die Resultate laufend zu reflektieren und wo nötig Massnahmen einzuleiten. "Der kontinuierliche Verbesserungsprozess sorgt für die Sicherheit der Patientinnen und Patienten."

Um ein gemeinsamen Verständnis von Qualität zu schaffen und die Entwicklung voranzutreiben, haben der VZK und die Gesundheitsdirektion des Kantons Zürich zusammen mit weiteren Partnern eine Grundlage geschaffen und anfangs 2017 unterzeichnet: Der Zeithorizont der gemeinsamen Qualitätsstrategie ist bis 2022 ausgelegt.