Zürich
Die Bellerivestrasse wird versuchsweise zweispurig geführt

Zwei Spuren der Bellerivestrasse machen Platz für Veloinfrastruktur.

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Die Bellerivestrasse in Zürich ist für die Bewohner des rechten Zürichseeufers eine wichtige Verkehrsverbindung und für die Anwohner eine störende Lärmquelle.

Die Bellerivestrasse in Zürich ist für die Bewohner des rechten Zürichseeufers eine wichtige Verkehrsverbindung und für die Anwohner eine störende Lärmquelle.

KEYSTONE/WALTER BIERI

Ab dem Frühjahr 2021 stehen auf der Bellerivestrasse in der Stadt Zürich für den motorisierten Verkehr vorübergehend nur zwei statt vier Spuren zur Verfügung. Dadurch entsteht Platz für eine beidseitige Veloinfrastruktur.

Bis Ende des laufenden Jahres soll ein detailliertes Verkehrskonzept für den Versuch erarbeitet werden, wie die Stadt Zürich am Donnerstag mitteilte.

Der Versuch soll zur Erarbeitung eines Sanierungsprojektes für die Strasse beitragen. Verkehrsstudien hätten ergeben, dass eine Reduktion von vier auf zwei Spuren auf dem Abschnitt vom Bahnhof Tiefenbrunnen bis Kreuzstrasse möglich sei. Die verbleibende Kapazität sei ausreichend, da dass maximale Verkehrsaufkommen durch den Flaschenhals beim Bellevue bestimmt werde.

Die Erkenntnisse aus dem Versuch sollen in die weitere Planung einfliessen. Baustart für das Sanierungsprojekt wird voraussichtlich im Jahr 2025 sein.

Kanton hat das letzte Wort

Sollte die Stadt den Spurabbau nicht nur vorübergehend, sondern mit baulichen Massnahmen definitiv umsetzen, müsste dies durch den Kanton genehmigt werden. Dabei seien die Kantonsverfassung und das kantonale Strassengesetz zu berücksichtigen, teilte die Volkswirtschaftsdirektion am Donnerstagnachmittag mit.

In der Kantonsverfassung gibt es eine Bestimmung, die besagt, dass eine Verminderung der Leistungsfähigkeit einzelner Strassenabschnitte im umliegenden Strassennetz mindestens auszugleichen sei.

«Das Stimmvolk des Kantons Zürich hat 2017 den Gegenvorschlag zur Anti-Stau-Initiative mit deutlicher Mehrheit angenommen. Diesen demokratischen Entscheid gilt es zu respektieren», wird Volkswirtschaftsdirektorin Carmen Walker Späh in der Mitteilung zitiert.