Spider Murphy Gang

Die bayerische Band rockt das Schlierefäscht mit «Skandal um Rosi»

Günther Sigl (links) und Barny Murphy (rechts), Gründer der Spider Murphy Gang, hatten das Schlieremer Publikum im Griff.

Günther Sigl (links) und Barny Murphy (rechts), Gründer der Spider Murphy Gang, hatten das Schlieremer Publikum im Griff.

Die legendäre Gruppe aus München liess die 80er-Jahre in Schlieren wieder aufleben. Bekannt wurde die Band durch Hits wie «Skandal im Sperrbezirk» - dieser gaben sie am Samstag auch zum Besten. Das Publikum johlte mit und verlangte mehrere Zugaben.

Wie lautet Rosis Telefonnummer? Blöde Frage, zumindest für die Fans der Spider Murphy Gang: Zu hunderten sangen sie am Samstagabend dicht gedrängt vor der grossen Parkbühne des Schlierefäschts lauthals mit: «Unter zwo-und-dreissig-sechzehn-acht herrscht Konjunktur die ganze Nacht.» Für die vielen älteren Semester im Publikum, das insgesamt über 5000 Leute umfasste, erreichte damit eine Zeitreise ihren Höhepunkt.

Der «Skandal um Rosi» von der Spider Murphy Gang am Schlierefäscht

Der «Skandal um Rosi» von der Spider Murphy Gang am Schlierefäscht

1981 war es, als die Spider Murphy Gang mit «Skandal im Sperrbezirk» ihren ersten grossen Hit landete, der von besagter Skandalnudel Rosi handelt, die das Rotlichtmilieu aufmischt. Wer damals, wie der Schreibende, gerade das Teenager-Alter erreicht hatte, bekam durch die Lieder der Band aus München erste Ahnungen von verruchten Themen wie käuflichem Sex, Drogen und Rock ’n’ Roll – und das alles gut verständlich auf Bayerisch. Die Texte prägten sich ins Gedächtnis einer ganzen Generation, die sie noch heute abrufen kann, wenn der bayerische Rock ’n’ Roll der Spider Murphy Gang die grauen Hirnzellen weckt.

Ein Sound, der nicht altert

Auch am Schlierefäscht spielte die Band praktisch ausschliesslich ihre Hits aus den frühen Achtzigerjahren. Doch wer befürchtet hatte, eine abgehalfterte Altherrenband mit müdem Bierzeltrock anzutreffen, wurde positiv überrascht. Kaum hatte sie mit den ersten Tönen von «Mir san a bayerische Band» das Konzert eröffnet, war klar: Die bayerische Band rockt Schlieren. Kraftvoller Rock ’n’ Roll war zu hören. Ein Sound, der nicht altert, auch wenn die Musiker und das Publikum längst graue Haare haben.

Die Spider Murphy Gang mit «Schickeria» am Schlierefäscht

Die Spider Murphy Gang mit «Schickeria» am Schlierefäscht

Bandgründer, Sänger und Bassist Günther Sigl hatte das Publikum mit seinen lockeren Sprüchen schnell im Griff. Als Referenz an Chuck Berry, den Urvater des Rock ’n’ Roll, meinte er: «Mit seinen Songs sind weltberühmt geworden: Die Beatles. Die Rolling Stones. Und die Spider Murphy Gang.» Um dann mit verschmitztem Grinsen hinzuzufügen: «Wir sind halt weltberühmt in Bayern – und Schlieren.»

Auch Gitarrist Barny Murphy, das zweite Gründungsmitglied der Band, das noch dabei ist, zeigte sich voller Spielfreude: Hart an der Bühnenkante, die Zigarette am Gitarrenhalsende eingeklemmt, wie fast immer ganz in Rot gekleidet, liess er die Finger über das Griffbrett flitzen und sein Können aufblitzen. Bis dann, nach eineinhalb Stunden und mehreren Zugaben, die vom Publikum gefeierte Band mit einem «Pfiat Euch, Servus, auf Wiederluege», von der Bühne verschwand.

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