Gegenüber dem Depot Wartau vom Verein Tram Museum Zürich ist auf dem Wendeplatz ein Baumateriallager eingerichtet. In der Ferne rumort ein Kompressor. Die Häuser entlang der Limmattalstrasse wirken verschlafen oder ferienhalber verlassen. Die linke Strassenseite Richtung Limmattal gesehen ist bis zur Kreuzung der Winzerstrasse von rot-weissen Absperrungen eingesäumt. Löcher klaffen im Strassenbelag.

Vor sechs Wochen haben die Bauarbeiten im Zürcher Stadtkreis 10 begonnen. Damit ist die dritte Etappe der Limmattalstrassensanierung angebrochen. Seit 2012 wird sie abschnittsweise erneuert. In der letzten Bauetappe soll die Strasse dann von der Kreuzung Winzerstrasse bis zur Stadtgrenze ab 2022 saniert werden. So sieht der städtische Zeitplan für die Sanierung der Limmattalstrasse aus. Die erste Etappe startete 2012, die zweite 2014.

Beschädigt und brüchig

Die aktuelle Sanierung betrifft den Abschnitt zwischen Wartau und Winzerstrasse. Die Autos verkehren an der Limmattalstrasse seit Mitte Juli nur stadtauswärts. Dies wird noch bis Dezember so bleiben. Im Oktober wird die Strasse für drei Wochen für Auto und Bus komplett gesperrt. Der Trambetrieb nimmt ab Mitte Oktober wieder Fahrt auf. Wer in die City oder nach Oerlikon will, muss das Gebiet ab der Kreuzung Winzerstrasse in Richtung Zürich Wipkingen mit Bus oder Auto umfahren.

Im Rahmen des 14,3-Millionen-Franken-Bauprojektes verbauen die Mitarbeitenden des städtischen Tiefbauamtes 500 Meter neue Abwasserkanalisationen, 5'000 Quadratmeter Strassen- und Trottoirbelag und 500 Meter Tramschienen. Zudem werden 160 Meter Trinkwasserleitungen, 300 Meter Gasleitungen, Lichtsignale sowie Strassenbeleuchtungen erneuert. Das alles ist notwendig, weil die Beläge stadtauswärts beschädigt, die Gleise abgenutzt und die Leitungen brüchig sind. Die Abwasserkanäle im Wohnquartier stammen teilweise noch aus den 1930er-Jahren.

Zwischen Wartau und Winzerstrasse malen die Bauarbeiter in den kommenden zehn Monaten auf beiden Seiten durchgehende Velostreifen auf. Die gleichnamigen Tram- und Bushaltestellen sollen so umgebaut werden, dass sie künftig hindernisfrei sind. Menschen mit Behinderungen, Kinderwagen und Rollkoffern wird damit das Ein- und Aussteigen künftig erleichtert.
«Das Bauprojekt ist eine grössere Baustelle für das städtische Tiefbauamt und ist vom Umfang her vergleichbar mit den aktuellen Baustellen an der Universitätstrasse, der Stampfenbachstrasse, der Witikonerstrasse und der Tobelhofstrasse», sagt Evelyne Richiger, Sprecherin des städtischen Tiefbauamtes. Als Herausforderung bezeichnet sie die engen Zeitvorgaben beim Bauprojekt. Diese wurden so gesetzt, «damit der Verkehr rollt und die Anwohnenden und das Gewerbe so schnell wie möglich von der erneuerten Infrastruktur profitieren können», so Richiger weiter.

Zu grossen Behinderungen im Strassen-, Bus- wie auch Tramverkehr sei es seit Beginn der Bauarbeiten nicht gekommen, wie Heiko Ciceri von der Stadtzürcher Dienstabteilung Verkehr sagt: «Es liegen uns keine Mitteilungen zu übermässig längeren Reisezeiten oder sonstigen Behinderungen vor. Auch die öffentlichen Verkehrsmittel haben keine nennenswerten Verspätungen.» Zu beachten sei allerdings, dass in der Stadt Zürich momentan noch Sommerferien sind.