Denkmalschutz
Die Bally-Kugeln müssen bleiben, die Buchstaben nicht

Der neue Mieter des ehemaligen Bally-Schuhauses an der Bahnhofstrasse 66 darf die Kugeln nicht entfernen, wohl aber die Buchstaben. Das Haus steht seit dem genehmigten Vertrag zwischen der Stadt und der Immobilieneigentümerin unter Denkmalschutz.

Benjamin Weinmann
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Die Bally-Kugeln an der Bahnhofstrasse 66 werden geschützt.

Die Bally-Kugeln an der Bahnhofstrasse 66 werden geschützt.

Keystone

Sie haben sich zu einem Wahrzeichen der Zürcher Bahnhofstrasse entwickelt: die fünf Kugeln des Bally-Schuhhauses an der Bahnhofstrasse 66. Das sieht auch die Zürcher Regierung so. Wie Urs Spinner, Sprecher des Zürcher Hochbaudepartements, auf Anfrage sagt, hat der Stadtrat vergangene Woche den Vertrag zwischen der Stadt Zürich und der Immobilieneigentümerin PSP Properties AG genehmigt, wonach das Bally-Haus unter Denkmalschutz gestellt wird. «Die mit dem Namenszug der Bally AG versehene Aussenreklame in Form von fünf einzelnen Kugeln ist damit geschützt», sagt Spinner.

Bally wird ausziehen

Ob sich alle Parteien über diesen Entscheid freuen werden, ist allerdings eher fraglich. Denn es ist ein offenes Geheimnis, dass der Schuhhändler, der seit 2008 im Besitz der deutschen Luxusmarken-Holding Labelux ist, aus dem Hochhaus auszieht. Wann ist noch unklar. In der Branche ist man sich sicher, dass der spanische Modehändler Zara einziehen wird, oder allenfalls das Wohnaccessoire-Konzept Zara Home.

Wird also Zara ungewollt für Bally werben müssen? Nein. Die PSP darf zwar nicht die Kugeln, dafür die fünf Buchstaben abmontieren und laut Spinner als Schutzobjekt sorgfältig aufbewahren. Auch die Schaufenster dürfen grosszügiger verglast werden. Alle Renovationen müssen aber im engen Einvernehmen mit der Denkmalpflege der Stadt Zürich durchgeführt werden.

Eine «Kompromisslösung»

Christoph Sättler von der PSP spricht von einer «Kompromisslösung», da die Stadt ursprünglich auch die Buchstaben habe schützen wollen. «Es wäre problematisch, eine bestehende Handelsmarke unter Schutz zu stellen», sagt der Immobilienmanager. Deshalb ist für die PSP klar: Zieht Bally aus, kommen auch die Buchstaben weg, genauso wie der Bally-Schriftzug auf dem Dach des Hauses.

«Was danach folgt, ist noch unklar», sagt Sättler. «Allerdings dürfen die Kugeln nicht mehr als Werbefläche benutzt werden.» Im Herbst beginnt die PSP mit der rund drei Monate dauernden Sanierung der Fassade. Gegen den Entscheid des Stadtrats kann innert 30 Tagen Rekurs erhoben werden.