Seine Opfer fand er über die Arbeit, denn die Eltern vertrauten ihre Kinder dem Erzieher und in der christlichen Freikirche ICF engagierten D.O. an. Wie der Blick berichtet, schändete der 31-Jährige vier Mädchen beim privaten Babysitten. Sein jüngstes Opfer war sechseinhalb Monate alt, er vergewaltigte sie 2010 mindestens vier Mal auf dem Wickeltisch. Auch an der Schwester (5) des Mädchens vergriff sich der Pädophile. Drei weitere Mädchen zwischen 13 Monaten und viereinhalb Jahren fielen ihm 2009 bei der Arbeit in der Kinderkrippe Purzelbaum in Volketswil zum Opfer. Nach Bekanntwerden des Vorfalls musste die Krippe schliessen.

In der Anklageschrift schreibt Staatsanwalt Matthias Stammbach laut Blick, dass D.O. die Mädchen mit Süssigkeiten oder kleinen Geschenken in Form eins Schlüsselanhängers belohnte, um die zum Schweigen zu bringen. «Wobei er der Geschädigten auch sagte, wenn sie das gemeinsame Geheimspiel nicht mitspiele, erhalte sie keine Geschenke mehr.» Sie dürften das Erlebte niemandem verraten, da sonst die Eltern «böse» würden.

Dank Internetaktivität gefasst

Der Kinderschänder filmte einen Teil seiner Gräueltaten, was ihm letztendlich zum Verhängnis wurde. Nachdem er die Aufnahmen im Internet mit anderen Pädosexuellen über spezielle Foren teilte, ging der Schweizerische Koordinationsstelle zur Bekämpfung der Internetkriminalität (Kobik) ins Netz und wurde am 11. März 2011 verhaftet. Auf seiner Festplatte stiessen die Fahnder auf 185‘000 pornografische Bilder.

Der Angeklagte befindet sich derzeit im vorzeitigen Massnahmenvollzug in der Strafanstalt Pöschwies und hat ein vollumfängliches Geständnis abgelegt. «Er zeigt Reue und Einsicht. Gemäss Gutachten leidet er an einer komplexen Persönlichkeitsstörung und ist eine unreife Persönlichkeit», sagt sein Anwalt.

Allerdings beurteilt der Gutachter seine Schuldfähigkeit höchstens als leicht herabgesetzt und der Gerichtspsychiater Josef Sachs schätzt die Therapie bei solchen pädosexuellen Tätern als äusserst schwierig ein. «Je jünger die bevorzugten Opfer sind, desto problematischer gestaltet sich die Behandlung der Täter. Die Therapieaussichten hängen unter anderem davon ab, ob ein Täter fähig ist, auch die Opferperspektive einzunehmen», sagt Sachs. «Viele solche pädophilen Täter sind egozentrisch, bagatellisieren ihre Handlungen und können kein Mitgefühl empfinden.» Der Staatsanwalt will seinen Strafantrag erst beim Prozess bekannt geben. Gemäss Blick drohen D.O. bis zu 15 Jahre Haft.