Nichts bewegt uns mehr als der Verkehr. Doch dabei gibt es regional massive Unterschiede: So legen die Bewohnerinnen und Bewohner der Agglomerationen in der Schweiz mit durchschnittlich 34,8 Kilometern pro Person und Tag deutlich kürzere Strecken zurück als die Bevölkerung der übrigen Landesteile; Letztere reist täglich 42,5 Kilometer. Ausserdem benützen die Agglos für ihre täglich knapp 35 Kilometer weniger das Auto und dafür häufiger den öffentlichen Verkehr, wie das Bundesamt für Statistik in einer Medienmitteilung schreibt. Am öV-affinsten sind dabei Bern und Winterthur. Punkto Fussverkehr sind Genf und St. Gallen Spitzenreiter.

«In den letzten Jahren sind die Anteile von öV und Langsamverkehr in den Agglomerationen gewachsen», heisst es weiter in der Medienmitteilung. Und: «Hierzu dürften unter anderem auch die vom Bund mitfinanzierten Agglomerationsprogramme beigetragen haben.» Sie setzten Schwerpunkte beim öV-Ausbau, aber auch beim Fuss- und Veloverkehr. Wie anders Agglos und die Restschweiz unterwegs sind, machen die neusten Zahlen des Mikrozensus Mobilität und Verkehr 2015 deutlich, die der Bund am Dienstag veröffentlicht hat. Mit 57 090 telefonisch befragten Personen handelt es sich um die grösste Verkehrsstudie der Schweiz. Sie wird alle fünf Jahre durchgeführt.

Demnach legen aktuell die Bewohnerinnen und Bewohner der Grossregion Zürich täglich 20 Kilometer im motorisierten Individualverkehr zurück. Schweizweit sind es durchschnittlich gut 24 Kilometer. Handkehrum ist in der Grossregion Zürich der öV-Anteil am täglich zurückgelegten Weg mit 11 Kilometern höher als gesamtschweizerisch (9 Kilometer). Zu Fuss oder mit dem Velo legen Herr und Frau Zürcher pro Tag 3,1 Kilometer zurück; bei Herrn und Frau Schweizer sind es 2,8 Kilometer. Der Grossteil der Mobilität ist hier wie dort Freizeitverkehr.

Kanton Zürich: öV überholt Auto

Vergleicht man den Mikrozensus 2010 mit den neusten Zahlen, zeigt sich: Das Auto hat im Kanton Zürich an Bedeutung verloren. Damals gab es pro Haushalt 1,05 Autos; aktuell hat ein Zürcher Haushalt im Durchschnitt noch exakt 1,0 Autos. Anders gesagt: Ein Auto war 2015 noch für 69 Prozent aller volljährigen Zürcherinnen und Zürcher verfügbar; fünf Jahre vorher konnten 72,6 Prozent der Kantonsbevölkerung darauf zurückgreifen.

Die Quote der Zürcher öV-Abobesitzer blieb im gleichen Zeitraum nahezu unverändert bei 71 Prozent. Nimmt man die Werte «Verfügbarkeit eines Autos» und «Besitz eines öV-Abos» zum Massstab, zeigt sich eine beachtliche Entwicklung: Im Zeitraum 2010 bis 2015 hat der öV das Auto im Kanton Zürich überholt. In der Stadt Zürich war dies schon länger der Fall. Gesamtschweizerisch ist man davon hingegen weit entfernt: Ein öV-Abo haben 56,7 Prozent der Bevölkerung Helvetiens, während knapp 76 Prozent über ein Auto verfügen.

Wie gross die Unterschiede zwischen den Kantonen sind, zeigt ein Vergleich der Anzahl Autos pro Haushalt. Im Aargau liegt der entsprechende Wert bei 1,32 Autos. Schweizweit am höchsten ist die Autodichte pro Haushalt in den beiden Halbkantonen Appenzell (1,41) und im Wallis (1,40); tiefer als im Kanton Zürich (1,0) ist sie lediglich im Kanton Basel-Stadt (0,61).
Doch auch innerhalb eines Kantons kann es regional erhebliche Unterschiede punkto Mobilität geben. So liegt die Autodichte in den städtischen Kerngebieten des Kantons Zürich bei 0,89 Autos pro Haushalt. In den ländlichen Zürcher Gebieten ausserhalb des Einflusses städtischer Kerne gibt es pro Haushalt immer noch 1,49 Autos – also erheblich mehr als im Appenzeller und Walliser Durchschnitt.