Dietikon

Die älteste A-capella Band, Slam Poetry und ein Stück über Leben und Tod: So war der 26. Freilufttheatertag

Am 26. Freilufttheatertag gab es nicht nur singende Pinguine und Frösche, sondern auch zaubernde Clowns und Slam-Poetry mit Jazz.

«Mach etwas Musik, das haben sie gerne auf dem Land», sagt Weissclown Gilbert zum tollpatschigen Oleg und spricht dann wieder zum Publikum auf dem Stadthausplatz in Dietikon. Andi Vettiger und Dominik Rentsch alias «Gilbert & Oleg» führen mit witziger Clownerie und Magie durch das abwechslungsreiche Programm des 26. Freilufttheatertags des Theaters Dietikon.

Den Auftakt machen jedoch die Kinder und Jugendlichen der Theateria, die für ihre Aufführung eine Woche lang mit Heidi Christen und Stefan Baier geprobt haben. Ihr Stück zeigt verschiedene Stationen im Leben: Alles beginnt bei der Geburt und endet beim Tod.

Die ernsten Lebensthemen bringen die Kinder leichtfüssig mit Schauspiel, Gesang und Akrobatik auf die Bühne. Nicht zufällig widmen die beiden Verantwortlichen Christen und Baier die Aufführung ihrem Lehrer Clown Dimitri.

Auch ein ehemaliger Absolvent der Dimitri-Schule ist Linaz. Der freche Pantomime, Akrobat und Clown spielt Kugelstossen mit Ballonen, tanzt mit einer Partnerin, die er aus Klebstreifen formt, oder reisst aus mehrfach gefaltetem Papier etliche Fische und Brillen.

Zu Brillen meint der aus Hamburg stammende Entertainer: «Mit Brille sieht man gut aus, weil die Brille die Hälfte des Gesichts verdeckt.» «Linaz überrascht mich immer wieder aufs Neue», findet der 17-jährige Pascal Koppe, der Linaz schon zum vierten Mal am Freilufttheatertag gesehen hat.

«Vielfrass» versteckt sich im Haus

Zum ersten Mal dabei ist Michael Huber mit seinem Marionettenspiel und Figurentheater «Knüsis Wiesen-Circus». Die angekündigte Raubtiernummer entpuppt sich als Auftritt der Schnecke «Vielfrass», die sich schliesslich im Häuschen versteckt.

Figuren wie der Wurm «Rosalinda vorne wie Hinda» oder der Frosch «Jimmy Longleg» als Folkloretänzer bewegen sich ebenfalls gekonnt komisch auf der Bühne im Stadtkeller.
Für musikalische Unterhaltung sorgen «The Singing Pinguins».

Eigenen Angaben zufolge seien sie mit ihrem 25-jährigen Bestehen die älteste A-cappella-Boyband der Schweiz. Die zehn Männer im Smoking interpretieren im Doo-Wop-Stil mit viel Elan verschiedenste Lieder – von Johnny-Cash-Covers über Soul bis zu Schweizer Volksliedern. «Trotz heissem Wetter coole Pinguine», finden die Zuhörerinnen Patrizia Frey und Ursi Suter.
Den Abschluss bestreiten Poetry-Slammer, die von einer Jazz-Formation begleitet werden.

Moderiert durch Etrit Hasler, bringen die Vortragenden, Daniela Dill, Kilian Ziegler, Gregor Stäheli und Renato Kaiser, poetischen Krimi, kreative Wortakrobatik, aber auch Nachdenkliches auf humoristische Art, wie es etwa wäre, wenn man bei einer Göttin ein Kind online bestellen könnte. «Das Experiment Jazz und Poetry-Slam ergänzt sich sehr gut», sagt Kulturbeauftragte Irene Brioschi.

Impressionen vom Freilufttheater

Impressionen vom Freilufttheater

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