Nach dem Ja
Deutscher Uni-Dozent kündigt Stelle wegen Ja zur SVP-Initiative

Ein Deutscher Uni-Dozent hat genug: Er kündigt seine Stelle an der ETH Zürich. Grund dafür ist das Ja der Schweizer zur Zuwanderungsinitiative. Doch schlechte Erfahrungen hat er schon vorher gemacht.

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ETH Hönggerberg Zürich Luftaufnahme.JPG

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Keystone

Der Deutsche Christoph Höcker (57) will nicht mehr: Er hat seinen Dozentenjob an der ETH Zürich gekündigt, wie er seinen Studenten am Dienstag per Mail mitgeteilt hat. "Dazu hat mich das Ja der Schweiz zur SVP-Initiative gegen die Masseneinwanderung bewogen", sagt der renommierte Archäologe und Sachbuchautor zu "20 Minuten online". Er wolle sich nicht mehr dem zunehmend fremdenfeindlichen Klima in der Schweiz aussetzen.

Zur Person Christoph Höcker ist Klassischer Archäologe und freier Sachbuchautor. Er hat seit 2001 einen Lehrauftrag am Institut für Geschichte und Theorie der Architektur im Departement Architektur an der ETH Zürich. Zudem hat er seit 1999 verschiedene Lehraufträge an der Universität Augsburg. Der 57-Jährige wohnt in Augsburg.

Zur Person Christoph Höcker ist Klassischer Archäologe und freier Sachbuchautor. Er hat seit 2001 einen Lehrauftrag am Institut für Geschichte und Theorie der Architektur im Departement Architektur an der ETH Zürich. Zudem hat er seit 1999 verschiedene Lehraufträge an der Universität Augsburg. Der 57-Jährige wohnt in Augsburg.

Ho

Gestört hätte ihn auch das "ständige Deutschen-Bashing". Er hat schon vor der Abstimmung handfeste Negativ-Erfahrungen gemacht: Sein Auto mit deutschen Kennzeichen ist 2010 völlig demoliert worden. Er machte zwar eine Anzeige, doch die Täter konnten nicht gefunden werden.

Mit den Studenten hätte er aber keine negative Erfahrungen gemacht. Bisher hätte er auf sein Mail schon über 50 Reaktionen erhalten. "Alle teilten mir mit, dass sie meinen Entscheid bedauern, und bitten mich, ihn noch einmal zu überdenken", sagt er gegenüber "20 Minuten online". Doch das wird er nicht tun. Er befürchtet auch, dass weitere ausländische Forscher und Professoren über den gleichen Schritt wie er nachdenken.