Hitzesommer

Deutsche ziehen nun doch mit bei Fangverbot für Äsche

Die Äschen hatten diesen Sommer eindeutig zu heiss. (Archiv)

Die Äschen hatten diesen Sommer eindeutig zu heiss. (Archiv)

Das deutsche Bundesland Baden-Württemberg beteiligt sich auch am Fangverbot für Äschen im Hochrhein. So können sich die Fische vom Bodensee bis Basel erholen.

Die Äschen litten diesen Sommer besonders stark unter der zu hohen Wassertemperatur – wie vor 15 Jahren im Hitzesommer 2003. Dazumal verendeten im Rhein rund 50 000 Äschen. Damit sich die Bestände erholen konnten, wurden die Fische auch damals vorübergehend unter Schutz gestellt.

Im Jahr 2003 spannten die drei Kantone Thurgau, Schaffhausen und Zürich zusammen, um die Äsche im Rhein zu schonen. Und weil Fische die Landesgrenze mitten im Fluss bekanntlich nicht kennen, wurde auch mit Deutschland Kontakt aufgenommen, um ein flächendeckendes Fangverbot zu ermöglichen. Ein solch grenzüberschreitendes Verbot kam aber nicht zustande – Deutschland machte nicht mit.

Sechs Kantone beteiligt

Anders in diesem Jahr. Bereits Mitte September gab die kantonalzürcherische Fischerei- und Jagdverwaltung auf Anfrage bekannt, dass man via Bundesamt für Umwelt (Bafu) erneut in Deutschland vorstellig geworden sei. «Hinsichtlich eines möglichen Fangverbotes für die Äsche im Hochrhein befinden wir uns zurzeit noch im verwaltungsinternen Entscheidungsprozess», teilte der Referent für Fischereiwesen im Regierungspräsidium Freiburg in Baden-Württemberg am 11. Oktober mit. Als Hochrhein wird der Flussabschnitt zwischen Bodensee und Basel bezeichnet.

Am Mittwoch war es dann soweit: «Wir haben uns auf das Fangverbot geeinigt», teilte das Schweizer Bafu mit. Die ordentlichen Verfügungen müssten nun auf Schweizer Seite von den Kantonen Basel-Stadt, Baselland, Aargau, Zürich, Thurgau und Schaffhausen erlassen werden.

Teilweise hätten diese Kantone das schon umgesetzt. «Das Gleiche gilt für Baden-Württemberg.» Um die Fischerei am Hochrhein zwischen der Schweiz und Deutschland abzustimmen, existiert eine internationale Fischereikommission. Auch beim aktuellen Äschen-Moratorium, so schreibt das Bafu weiter, habe man das Vorgehen in der Kommission abgestimmt, damit «die Äschen im gesamten Hochrhein geschont werden können».

Über den Entscheid aus Baden-Württemberg sei man «sehr erfreut», sagt Lukas Bammatter von der kantonalen Fischerei- und Jagdverwaltung auf Anfrage. Es habe zwischen den Kantonen entlang dem Rhein einen «wichtigen Schulterschluss» gegeben, um mit dem Anliegen beim Bundesamt für Umwelt vorstellig zu werden. Von deutscher Seite sei dann relativ rasch ein positives Signal für ein Fangverbot für Äschen gekommen.

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