Anlass für das grenzüberschreitende Treffen ist der 100. Todestag von Bebel, dem Gründervater der deutschen Sozialdemokratie. Er starb am 13. August 1913 und ist in Zürich, wo er seinen Lebensabend verbrachte, begraben.

Sie legen Blumen nieder an seinem Grab, rote Nelken. Ein frischer Kranz mit roter Schleife liegt schon da. «Dem ‹Arbeiterkaiser› in ehrendem Gedenken» steht auf der Schleife. Für ein paar Minuten herrscht andächtiges Schweigen. Dann schreitet die Gedenk-Gesellschaft, zu der auch zahlreiche weitere Zürcher und eine Busladung deutscher Sozialdemokraten gehören, auf eine Wiese, um den Reden zu lauschen. «Der Grabstein steht wie ein Mahnfinger, um uns an das zu erinnern, wofür wir stehen und kämpfen», sagt Levrat, und: «Soziale Kohäsion ist das wahre Erbe von Bebel. Wir Sozialdemokraten in der Schweiz und in Deutschland haben unsere Länder zum Wohlstand geführt, nicht die Privatisierungen und Deregulierungen.»

SPD-Chef Gabriel erinnert an den Massenauflauf bei Bebels Begräbnis, als über 15 000 Menschen am Trauerumzug teilnahmen. Er schlägt den Bogen vom Internationalismus der Arbeiterbewegung im 19. Jahrhundert zur Gegenwart: «Allein werden wir den Finanzkapitalismus nicht bändigen können. Nur gemeinsam, über die Grenzen hinweg, können wir das schaffen.» Mauch schliesslich ruft Zürichs Tradition bei der Aufnahme politischer Flüchtlinge ins Gedächtnis, jedoch ohne expliziten Gegenwartsbezug.