Zürich
Der zugemüllte Extrazug nach Thun war den Fussballfans viel zu dreckig

Eine "Riesenschweinerei" habe im Extrazug nach Thun geherrscht: Der Boden sei mit Abfall, leeren Flaschen und Zigarettenstummeln übersät gewesen, sagen die GC-Fans. Viele wechselten deswegen auf den regulären Zug.

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Fans hinterlassen Extrazüge zum Teil in chaotischem Zustand.

Fans hinterlassen Extrazüge zum Teil in chaotischem Zustand.

Keystone

Dass ihnen als zahlenden Kunden ein Zug in einem solchen Zustand vorgesetzt worden ist, sei eine Frechheit, äussert sich ein GC-Anhänger gegenüber «20 Minuten». Das sei doch kein Viehtransport. Die SBB hätte den Spezialzug reinigen müssen, bevor die nächsten Kunden darin unterwegs waren.

«Das ist eine leidige Situation», sagte Sprecher Reto Schärli von der SBB gegenüber «20 Minuten». «Viele Fans - egal, von welchem Club - vergessen im Extrazug ihre gute Kinderstube.» Die SBB reinige die Extrazüge jeweils nach solchen Spezialfahrten. Beim Extrazug vom Samstag seien die Reinigungskräfte aber schlichtweg überfordert gewesen. «Die eingeplanten Putzkräfte kamen mit Putzen nicht mehr nach - es war zu viel», so Schärli in der «20 Minuten».

Dieser Zug war ebenfalls mit Fussballfans aus St. Gallen zu einem Spiel nach Sion unterwegs gewesen. Bei der Zugfahrt der St.-Galler-Fans sei überdurchschnittlich viel Abfall und Schmutz entstanden, so Schärli. Denn: Je länger eine Zugfahrt dauere, desto grösser seien die Abfallberge.

Sprecher Daniel Last vom FC St. Gallen bedauert die massive Verschmutzung gegenüber, hatte aber offenbar noch keine Kenntnis von den Vorfällen. «Eigentlich haben wir ein Littering-Projekt eingeführt», so Last gegenüber «20 Minuten». Am Samstag schien dieses aber nicht funktioniert zu haben. Trotzdem habe der Fanklub laut Last in letzter Zeit mehrheitlich positive Rückmeldungen erhalten. Er zeigt sich aber betroffen und hält gegenüber «20 Minuten» fest, der FC St. Gallen wolle, dass die Extrazüge so verlassen werden, wie sie vorgefunden worden seien. (fwa)