Umweltbericht 2013

Der Zürcher Umwelt geht es besser, aber nicht gut genug

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Die Luft in der Stadt Zürich ist seit den 1980er Jahre deutlich sauberer geworden. Im vergangenen Jahr wurden dank günstiger Wetterbedingungen sogar die tiefsten Belastungen seit Messbeginn vor 25 Jahren registriert.

Die Grenzwerte der Luftreinhalteverordnung würden dennoch - vor allem entlang von Hauptverkehrsachsen - teilweise massiv überschritten, heisst es in einer Mitteilung der Direktion Umwelt- und Gesundheitsschutz vom Mittwoch. Ausserdem habe sich die Luftbelastung in den letzten Jahren nur noch in kleinen Schritten verringert.

CO2-Ausstieg verringert - Ziel noch in weiter Ferne

Zwischen 1980 und 2010 konnte der CO2-Ausstoss um mehr als 15 Prozent auf 1,25 Millionen Tonnen gesenkt werden. Mit derzeit 5,1 Tonnen Treibhausgasemissionen pro Person ist jedoch das erklärte Ziel von einer Tonne pro Jahr noch längst nicht erreicht. Noch viel Optimierungspotenzial ortet der Umweltbericht im Verkehrsbereich.

Fortschritte erzielt wurden auch bei der Ressourcenbewirtschaftung. Dank verbesserten Rückgewinnungsverfahren können jährlich 7000 Tonnen wertvolle Metalle aus der Kehrichtschlacke zurückgewonnen werden.

Mit dem Bau der Vergärungsanlage Werdhölzli und der neuen flächendeckenden Abfuhr von Garten- und Küchenabfällen werde der Stoffkreislauf auch bei den biogenen Abfällen geschlossen und Biogas gewonnen, heisst es im Bericht.

Druck auf Umwelt wird grösser

Die aktuellen Zahlen im Umweltbericht zeigten, dass Zürich auf dem rechten Weg sei, hält Stadträtin Claudia Nielsen (SP) fest. Für die Vorsteherin des Gesundheits- und Umweltdepartements ist aber auch klar: «Wir sind noch lange nicht am Ziel».

Mit dem Bevölkerungswachstum werde sich auch der Druck auf die Naherholungsräume verstärken. Umweltschutz sei weiterhin nötig, etwa im Rahmen der laufenden Revision der Bau- und Zonenordnung (Verdichtung), bei der Verkehrsplanung oder bei der Umsetzung energetischer Anforderungen an Gebäude.

21 Kilometer Bäche offengelegt

Weitgehend erreicht sind laut dem Umweltbericht die Ziele des vor 25 Jahren geschaffenen Bachkonzepts. Bislang sind 21 Kilometer Bäche offengelegt oder renaturiert und so «wertvolle Naturräume und attraktive Erholungsräume für die Bevölkerung geschaffen worden», wie es im Umweltbericht heisst.

Ausstehend sind noch rund zwei Kilometer mögliche Bachöffnungen. Mit dem Bachkonzept habe Zürich eine «international einmalige Leistung erbrach», heisst es im Bericht.

Der Umweltbericht der Stadt Zürich erscheint alle zwei Jahre. Erstmals erschienen ist er 1988.

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