Füchse fernzuhalten, ist noch das Einfachste: ein fuchssicherer Zaun genügt. Allerdings muss er jeden Tag kontrolliert und wo nötig ausgebessert werden, wie Zookurator Robert Zingg am Mittwoch vor den Medien ausführte. Schwieriger ist es mit Räubern wie Marder und Iltis, die überall durchschlüpfen, oder aber mit jenen, die aus der Luft zugreifen: Krähen, manchmal auch Graureiher, von denen einige gleich im Zoo nisten.

Vor allem bei den Wasservögeln sind diese Räuber ein Problem. Die Aussenanlage mit Enten, Gänsen und Schwänen ist schwierig zu schützen. List und Umsicht sind gefragt.

Bruthöhlen, Nistkästen und Versteckmöglichkeiten sind etwa auf einer Insel eingerichtet, wo zumindest die Marder nicht hingelangen - Iltisse dagegen sind gute Schwimmer. Bei manchen Wasservögeln holen die Tierpfleger die Eier aus dem Nest, legen an deren Stelle Gipseier hinein und brüten die Eier künstlich aus.

So etwa bei den Zwergblessgänsen. Weil bei ihnen die Eltern-Küken-Bindung zu wichtig ist, tauschte man kurz vor dem Schlupf die richtigen Eier wieder zurück und die ganze Familie wurde in die geschützte Aufzuchtstation verlegt. Als die Kleinen gross genug waren, zügelte die Familie wieder zurück.

Fremdplatzierte Enteneier

Zur "Fremdplatzierung" entschieden sich die Zooverantwortlichen bei den Plüschkopfeiderenten. Sie brüteten dieses Jahr zum ersten Mal. Krähen hatten das auch mitbekommen und behielten das Nest im Auge. Kaum waren die Eier gelegt, waren die Räuber auch schon da. Als der Tierpfleger ankam, waren einige Eier schon kaputt.

Die restlichen vier wurden zum Fertigbrüten einer Mandarinente untergeschoben, die geschützt in einem Brutkasten auf ihrem Nest sass und Temperatur und Feuchtigkeit besser regelt als jeder Inkubator. Kurz vor dem Schlupf wurden sie in einen so genannten Schlupfbrüter gelegt und dann künstlich aufgezogen. Drei überlebten. "Sie werden schon wissen, dass sie Plüschkopfenten sind", so Zingg.

Nervende Nachbarn

Dass Nachbarn manchmal ganz schön nerven können, mussten die Schwarzhalsschwäne erfahren: In der Pantanal-Anlage hatten sie nichts ahnend ausgerechnet auf der Insel der Gelbbrustkapuzineraffen ihr Nest gebaut.

Von Anfang an ärgerten und störten die pfiffigen Äffchen die behäbigen Neuzuzüger. Die ihrerseits zwickten die Störenfriede derb mit den Schnäbeln und teilten schmerzhafte Flügelhiebe aus. Schliesslich schlüpften fünf Jungschwäne, die auch gut gedeihen. Der Vater beschützt die Familie vor jedem, der ihr zu nahe kommen will, so Zingg.