Nachhaltige Alternativen zum Konsumverhalten anbieten und sichtbar machen. Das ist das Ziel des im Oktober gegründeten Fördervereins Transition Zürich. Aber nicht nur das: Mit einem dreiteiligen Workshop, der gestern erstmals durchgeführt wurde, will der Verein Interessierten dabei helfen, ihr eigenes Quartierprojekt anzupacken und umzusetzen.

Ob es dabei schon um konkrete Ideen geht, etwas bestehendes bekannt gemacht werden soll, etwas kreiert oder gar Menschen miteinander vernetzt werden sollen, spielt dabei keine Rolle. Willkommen sind an den Anlässen – die nächsten beiden Kurse finden am 20. November und 11. Dezember statt – alle, wie die Köpfe hinter dem Verein in der Einladung schreiben.

Mit dieser Veranstaltungsserie aber tritt der Förderverein Transition Zürich nicht zum ersten Mal in Erscheinung. Zum Auftakt der Vereinsgründung wurde der Markt der Möglichkeiten im Kulturpark im Kreis 5 durchgeführt. Die Marktstände boten Informationen oder Handgemachtes aus den Sparten Ernährung, Abfall, Reparatur, Kleidung, Energie, Kosmetik und Wohnen. Es konnte getauscht, aber auch gekauft werden.

Die Umwelt schonen

Nach dem Markt und zwischen den Workshopvorbereitungen blieb der Verein aber nicht untätig, wie sich zeigt. Die Organisation stöbert regelmässig nach Kleinstprojekten in den Stadtquartieren umher. Konkret suchen sie nach Pionierinnen und Pionieren, die sich für einen zivilgesellschaftlichen Wandel und nachhaltigen Konsum einsetzen. Auf der Vereinswebsite werden diese in der Sparte «Wandelpioniere*» sichtbar gemacht.

Gegliedert sind die Anbieter anhand der Kategorien Nahrungsmittel, Wohnen und Mobilität, verantwortlicher Einkauf, Wirtschaft, Veranstaltungen und Netzwerk sowie Energie, Umwelt und Abfall. Im Zentrum steht dabei ein bewusster, sorgfältiger Umgang mit Ressourcen in verschiedensten Bereichen. Oder wie es die Transition-Zürich-Macher gerne sagen: «für eine enkelgerechte Zukunft.»

Wer nicht die unterschiedlichen Kategorien durchsuchen will, kann sich eine Karte für die Stadtkreise 4 und 5 ausdrucken. Diese gibt es auf der Website des Vereins kostenlos.

Wo sich die Projekte ballen

Dass der Verein sich zuerst gerade diesen Kreisen widmet, dürfte kein Zufall sein. Die beiden Quartiere stellen das Ballungszentrum für nachhaltige Ideen und Projekte in Zürich dar. Auf einen Blick erkennt man auf der Karte, wo man überflüssige Lebensmittel hinbringen kann, wer einem den Computer oder das Velo repariert, welche Cafés und Restaurant Lebensmittel aus der Region verwenden oder wo Zeit gegen Fähigkeit getauscht werden kann.

Im Rahmen der 2000-Watt-Ziele wurde das Kartenprojekt von der Stadt Zürich unterstützt.

Leander Dalbert, einer der Köpfe von Transition Zürich, sagte gegenüber der Quartierzeitung «Zürich West»: «Wandel soll Spass machen.» Er beobachte ein zunehmendes Interesse an solch «unverbohrt-entschleunigenden» Projekten. Auch wenn das konkrete Anpacken und Mitmachen manchmal mit den Alltagszwängen kollidiere, gebe es immer mehr Menschen, die sich gegen den «heutigen Überfluss an Sinnlosigkeit» wehren würden.