Laut Statuten setzt sich der Verein für das Selbstbestimmungsrecht des Menschen im Leben und im Sterben ein. In erster Linie verfolgt er das Ziel, dieses Recht in Deutschland nach Schweizer Vorbild zu verankern. «Wir wollen nicht in der Schweiz Suizidhilfe leisten», sagte der Vorsitzende des Vereinsvorstands, Roger Kusch, am Freitag vor den Medien.

Der Zürcher Verein soll vor allem für die südlichen deutschen Bundesländer zuständig sein, derjenige in Hamburg für Norddeutschland. Eine strikte regionale Trennung gibt es jedoch nicht. Der Verein arbeite wie Exit, leiste also keine kommerzielle Sterbehilfe, sagte Kusch.

Um nicht als gewerbsmässiger, kommerzieller Anbieter zu gelten, hat StHD vor kurzem seine Satzung geändert. Dort heisst es nun: «Um zu dokumentieren, dass der Verein keinerlei wirtschaftliche Zielsetzung hat, zahlt er im Falle eines begleiteten Suizids sämtliche Geldbeträge zurück, die er zuvor von dem Mitglied erhalten hat.»

Diese «Geld-zurück-Garantie» sei keinerlei Kritik an Schweizer Organisationen, sondern eine Konsequenz der deutschen Gesetzgebung, sagte Kusch. Der Verein werde drauflegen. «Wenn wir feststellen, dass wir finanziell nicht über die Runden kommen, müssen wir die Satzung ändern».

Schweiz als «sicheres Terrain»

Trotz neuer Satzung fürchtet der Verein das Aus in Deutschland. «Über dem Verein schwebt das Damoklesschwert des Verbots», sagte Kusch. Dann sei der Verein nicht mehr handlungsfähig. Ein Gerichtsverfahren, um gegen ein Verbot vorzugehen, könnte Jahre dauern. Daher weicht StHD nun auf das «sichere Terrain der Schweiz» aus.

StHD ist seit 2010 tätig und hat rund 300 Mitglieder. Der Verein mit Geschäftsstelle in Hamburg hat, laut Kusch, bislang in rund 60 Fällen Suizidbegleitung geleistet. Die Statuten des Schweizer und die Satzung des deutschen Vereins sind identisch, und auch der Vereinsvorstand ist derselbe.

Der ehemalige Hamburger Justizsenator Roger Kusch hatte 2008 für Schlagzeilen gesorgt, weil er mit seinem Verein «Dr. Roger Kusch Sterbehilfe e.V.» Sterbebegleitung zu einem Preis von 8000 Euro angeboten hatte. Dies wurde gerichtlich verboten. «Es war ein Fehler, gegen Geld Sterbehilfe anzubieten», sagte Kusch dazu am Freitag.