Die Nutzung des Uetlibergs ist seit Jahren umstritten. Der Streit zwischen Naturschützern, dem Hotelier Giusep Fry, der das Hotel Uto Kulm auf dem Gipfel von Zürichs Hausberg betreibt, und dem Kanton ging bis vor Bundesgericht. Auch zwischen Wanderern und Bikern gab es oft böses Blut. Jetzt hat der Kanton Zürich in einer Schutzverordnung zusammengefasst, was auf dem Uetliberg künftig gelten soll.

Uetliberg – wie gut kennen Sie den Zürcher Hausberg

Wie hoch liegt die Spitze des Uetlibergs?

870 Meter ü. M

1000 Meter ü. M.

700 Meter ü. M.

Zu welcher Gemeinde gehört der Gipfel des Uetlibergs geographisch?

Zürich

Uitikon

Stallikon

Wann wurde die erste Bahn auf den Zürcher Hausberg eröffnet?

1875

1900

1913

Wie viele Haltestellen befinden sich heute zwischen dem Hauptbahnhof Zürich und dem Uetliberg?

21

16

7

Wie viele Fahrgäste transportierte die Uetlibergbahn im Jahr 2014?

10 Mio.

2 Mio.

5 Mio.

Zu welcher Gebirgskette gehört der Uetliberg?

Albis

Jura

Pfannenstiel

Wie viel kostet der Zutritt zum Aussichtsturm beim Uto Kulm?

5 Fr.

2 Fr.

1.50 Fr.

Wie viele Bunker rund um den Uetliberg erinnern an den 2. Weltkrieg?

ca. 100

ca. 50

ca. 25

Wie heisst der umstrittene Üetliberg-Hotelier?

Sepp Blatter

Peter Bodenmann

Giusep Fry

Wie viel beträgt die Gesamthöhe des heutigen Fernsehturms?

100 Meter

187 Meter

300 Meter

Wie gut kennen Sie den Üetliberg?

Unter den Schutzzielen der kantonalen Verordnung sticht eines besonders hervor: «Die Landschaft soll vor neuen Bauten und Anlagen freigehalten werden.» Ein deutlicher Wink an Fry, der zuletzt einen illegal erstellten Glaspavillon auf seiner Aussichtsterrasse abbrechen musste.

«Sanfter Tourismus»

Eine komplette Konservierung des Istzustands strebt der Kanton indes nicht an. an. Darauf deutet schon der nächste Satz der Verordnung hin: «Die zeitgemässe land- und forstwirtschaftliche Bewirtschaftung, ein sanfter Tourismus und eine schonende Erholungsnutzung bleiben gewährleistet.» Ein paar Seiten weiter wird das Bauverbot ausdrücklich relativiert. So heisst es im Abschnitt über die Erholungszonen, es beziehe sich auf «Bauten und Anlagen aller Art, ausser solchen, welche für den extensiven Erholungsbetrieb notwendig sind.»

Lässt die Baudirektion unter Führung von Regierungsrat Markus Kägi (SVP), die die Schutzverordnung erarbeitet hat, so eine Hintertür für Fry offen? Dessen Hotel Uto Kulm liegt nämlich in einer der zwei Erholungszonen auf dem Uetliberg. Doch Baudirektionssprecher Markus Pfanner entwarnt: Mit Bauten, die für «extensiven Erholungsbetrieb» nötig sind, seien etwa Feuerstellen oder ein Waldspielplatz gemeint. Pfanner verweist auch darauf, dass erst der noch ausstehende Gestaltungsplan im Detail klären werde, was rund ums Hotel Uto Kulm künftig möglich ist. Dies gelte auch für die umstrittenen Autofahrten vom und zum Hotel. Generell gilt im Uetlibergwald ein Fahrverbot. Der Uto-Kulm-Gestaltungsplan wird laut Pfanner «in den nächsten Tagen und Wochen» publiziert.

Die gestern veröffentlichte kantonale Schutzverordnung unterteilt den Uetliberg in fünf Kategorien:

Gebiete mit Schwerpunkt Erholung: Hier gibt es Spiel-, Lager- und Rastplätze, Sportanlagen und Restaurants. Zur Erholungszone zählt neben dem Uto Kulm ein Teil der Allmend am Fusse des Uetlibergs auf Stadtzürcher Gebiet.

Schutzzone Uetliberg: Landwirtschaft, Wald und Tourismus auf engem Raum.ZVG

Schutzzone Uetliberg: Landwirtschaft, Wald und Tourismus auf engem Raum.ZVG

Wald mit Schwerpunkt Naturschutz: Hierzu zählt der Grossteil der steilen Hänge nördlich und südlich des Berggrats. Spazieren, Joggen, Wandern, Velofahren und Reiten auf Wegen ist hier möglich, Pflanzen und Pilze pflücken untersagt. Für Hunde gilt Leinenpflicht.

Naturnaher Wirtschaftswald: Diese Zone umfasst die weniger steile nördliche Bergflanke zwischen Uto Kulm, Ringlikon, Uitikon und Zürich Albisrieden. Erholungsnutzungen wie Picknicken, Spazieren, Wandern, Joggen, Velofahren und Reiten auf Wegen, Waldkindergarten sind erlaubt; ebenso rückbaubare Infrastrukturen wie etwa Bike-Trails (gibts schon) oder Seilpärke. Voraussetzung ist eine Bewilligung.

Naturschutzgebiete: Betreten ist nur auf markierten Wegen erlaubt, Pflanzen und Pilze pflücken verboten, für Hunde gilt Leinenpflicht. Das grösste Uetliberg-Naturschutzgebiet befindet sich oberhalb des Südportals des Uetlibergtunnels auf Stadtzürcher Gebiet. Ausserdem sind in der Schutzverordnung diverse kleinere und kleinste Naturschutzgebiete markiert, mehrheitlich auf Reppischtaler Seite.

Blick vom Üetliberg

Blick vom Üetliberg

Offene Landschaft: Hier sind Erholungsnutzungen und Landwirtschaft möglich. Die grössten dieser Gebiete sind in Zürich Leimbach sowie auf der Stalliker Seite des Uetliberggrats, bei Ringlikon und beim Albisgüetli.

«Ziemlich gummig»

Erste Reaktionen auf die Schutzverordnung Uetliberg fallen durchmischt aus: Andreas Hasler, Geschäftsleiter von Pro Natura Zürich, der als Vertreter der Naturschutzverbände ins Erarbeiten der Verordnung einbezogen war, findet sie «grundsätzlich in Ordnung». Die Naturschutzverbände hätten sich aber ausgedehntere Waldgebiete mit Schwerpunkt Naturschutz gewünscht. Margrith Gysel, Präsidentin des Vereins Pro Uetliberg, moniert: «Die Schutzformulierungen sind ziemlich gummig. Es kommt darauf an, wie sie gehandhabt werden.» Hotelier Fry lässt über seinen Mediensprecher ausrichten, er werde sich «allen konstruktiven und zeitgemässen Beiträgen dieser Schutzverordnung fügen und weiterhin aktiver Teil der neuen Verordnung sein.»

Die Schutzverordnung liegt ab heute bis 10. Dezember öffentlich auf. Danach wird sie überarbeitet und rekursfähig. Sollten keine Rekurse eingehen, könnte sie laut Pfanner Mitte 2016 rechtskräftig werden.