Zürich
Der Streik der Lufthansa-Piloten hat auch für Zürich unangenehme Folgen

Flughafen Wegen des Streiks der Lufthansa-Piloten sind in Kloten 36 Flüge gestrichen worden. Die Swiss hat einen Teil der gestrandeten Passagiere auf ihren Flügen transportiert. Der bis morgen dauernde Streik betrifft 425000 Passagiere und stösst au

Andreas Frei
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Die Piloten wehren sich für die sozialpartnerschaftlich ausgehandelten Gesamtarbeitsverträge (Symbolbild)

Die Piloten wehren sich für die sozialpartnerschaftlich ausgehandelten Gesamtarbeitsverträge (Symbolbild)

Keystone

Wegen des Streiks ihrer Piloten hat die Lufthansa gestern zwölf Hin- und Rückflüge von Frankfurt, München und Düsseldorf nach Zürich annulliert, die Germanwings sechs ab Hamburg und Köln. Gemäss Lufthansa-Sprecher Martin Riecken konnten die meisten Passagiere aber vorzeitig informiert und erfolgreich umgebucht werden.

Die Swiss konnte teilweise in die Bresche springen. Von den zehn Frankfurt-Flügen deckt die Airline mit dem Schweizer Kreuz vier Rotationen ab, die Lufthansa sechs – wovon fünf gestern gestrichen wurden. Die Hälfte der Flüge fand innerhalb der Lufthansa-Gruppe also doch statt, womit einige Passagiere auf diese Verbindungen umgebucht werden konnten. Nach München wurden drei von acht Flügen gestrichen, nach Düsseldorf vier von sieben. Passagiere wurden teilweise auch auf Konkurrenz-Airlines, wie die Air Berlin, umgebucht.

Keine Alternative gab es für die vier Kölner Rotationen, welche von der Lufthansa-Tochter Germanwings geflogen werden, deren Piloten ebenfalls streikten. Nach Hamburg strich die Billigfluggesellschaft zwei ihrer drei Flüge. Die Swiss bietet eine kostenlose Umbuchung von betroffenen Tickets an. Auch eine Stornierung mit Rückerstattung des Ticketpreises ist im Service Center oder auf www.swiss.com möglich.

Lohnforderungen ernten Kritik

Wegen des Streiks sind im Lufthansa-Netz von gestern bis morgen rund 3800 Flüge und 425 000 Passagiere betroffen, davon etwa 2000 Schweizer. Neben den Linienflügen heben auch die Frachtmaschinen der Lufthansa nicht ab.

Die Piloten-Gewerkschaft «Cockpit» fordert von der Lufthansa zehn statt fünf Prozent Lohnerhöhung sowie die Beibehaltung der Frühpensionierungsregel, welche Piloten mit frühestens 55 und spätestens 60 Jahren in den Vorruhestand schickt. Die Lufthansa will die Übergangsrenten dafür reduzieren und fordert eine Beteiligung der Piloten. «Cockpit» argumentiert, dass Piloten, die sich nicht mehr genug fit zum Fliegen fühlen, aus Sicherheitsgründen die Möglichkeit haben sollen, ohne finanzielle Einbussen frühzeitig kürzerzutreten. Momentan liegt das durchschnittliche Abgangsalter der Lufthansa-Piloten bei 59 Jahren. Während die Piloten für dieses Anliegen in deutschen Medien durchaus Sympathien geniessen, ernten sie für die Forderung nach zehn statt fünf Prozent Lohnerhöhung durchs Band Kritik.

Die Lufthansa rechnet mit einem durch den Streik verursachten Schaden von über 50 Millionen Euro. Zum Vergleich: Der Gewinn der Gruppe betrug letztes Jahr 313 Millionen Euro. Bis 2015 soll er durch Einsparungen, dem Sanierungsprogramm «Score», von dem die Lufthansa-Piloten und auch die Swiss-Mitarbeitenden betroffen sind, auf 1,5 Milliarden Euro gesteigert werden.