Swissmill-Tower
Der "Schandfleck" soll neues Wahrzeichen für Zürich werden

Das neue Kornhaus an der Limmat bewegt die Gemüter. Einige sprechen von einem Schandfleck, einem "hässlichen" Gebäude. Andere hingegen loben die Ästhetik des Baus, der 118 Meter in die Höhe ragt. Das letzte Wort zur Gestaltung ist noch nicht gesprochen.

Merken
Drucken
Teilen
Bau Swissmill Tower
8 Bilder
So sah Swissmill zuvor aus
Die Swissmill wurde auf eine Höhe von 118 Metern aufgestockt, während der Betrieb weiterlief.
Die Swissmill wurde auf eine Höhe von 118 Metern aufgestockt, während der Betrieb weiterlief.
Die Baustelle Swissmill-Silo's, eines des hoechsten Gebaeudes der Schweiz, aufgenommen Juli 2015
Die Baustelle Swissmill-Silo's, eines hoechsten Gebaeude der Schweiz, spiegelt sich in einer Wasserpfuetze
Fast wie ein Wolkenkratzer: Der Swissmill-Tower wird gebaut.
Blick vom Dach der Swissmill über den SBB Viadukt Wipkingen und den Stadtkreis 5 von Zürich.

Bau Swissmill Tower

Keystone

Regelmässig wird in den Medien über das neue Kornhaus von Swissmill berichtet. Oft geht es ums Aussehen des Turms. Die Kritiker sind dabei in ihrer Wortwahl nicht zimperlich.

Die "NZZ am Sonntag" schrieb beispielsweise am 17. April unter dem Titel "118 Meter Hässlichkeit" von einer "urbanistischen Sünde der Sonderklasse" und "20 Minuten" rief seine Leser dazu auf, Vorschläge für die Verschönerung des Turms einzureichen.

"Die Kritik tut mir nicht weh. Im Gegenteil, ich nehme sie gerne entgegen", sagt Raimund Eigenmann, Leiter Produktion und Technik bei Swissmill, einer Tochterfirma von Coop. Bis jetzt habe er persönlich allerdings nur positive Rückmeldungen zum neuen Getreidesilo erhalten.

Dies deckt sich mit der Beurteilung der Kommission, die das Projekt vor der Abstimmung im Februar 2011 geprüft hatte. Die externen Fachleute, Stadtratsmitglieder und Fachpersonen der Verwaltung befanden das Projekt in der Abstimmungszeitung für "einfach und besonders gut gestaltet". Das Silo wirke nicht als fremder Einzelbau, sondern bilde mit den anderen ähnlichen Bauten ein Ensemble.

Künstler wollen Turm nutzen

Raimund Eigenmann weiss von Künstlern, die das Silo als "schönsten Monolithen der Welt" bezeichnen. Die Künstler möchten den 118 Meter hohen Turm als Projektionsfläche für ihre Kunst nutzen. "Sie brennen beispielsweise darauf, ihn zu beleuchten. Wir haben bereits hunderte Ideen bekommen, was alles möglich wäre", sagt Eigenmann.

Gestaltungsideen von Künstlern:

Swissmill
8 Bilder
Gestaltungsvorschlag von Studio Forma Architects in der Nacht. zvg
Diese Visualisierung erinnert an die Waterfall-Installationen des Künstlers Olafur Eliasson. Auf Anfrage erklärt Studio Olafur Eliasson allerdings, dass er nichts damit zu tun habe. Quelle Twitter
Vorschlag mit einem überdimensionierten Blumenmädchen des vietnamesisch-amerikanischen Künstlers Duy Huynh Quelle Facebook
3 beleuchtete Aussenlifte, einen Saal mit Aussichtsplattform, und ein sich wandelndes Lichtkonzept schlägt Facebook-User Bruno Macor vor. Quelle FB
Was Facebook-User Morty McFly vom Getreidesilo hält, wird hier schnell klar. Quelle Facebook
Vom Swissmill- zum Twin-Tower - ein rabenschwarzer Beitrag des Facebook-Users Crisiov Lafleur.
Und es geht sogar noch extremer, wie in einem Facebook-Eintrag zu sehen ist. Quelle Facebook

Swissmill

Zur Verfügung gestellt

Ausserdem sei Coop der Idee gegenüber grundsätzlich offen, dass sich der Turm noch verändere - beispielsweise in Sachen Begrünung oder Farbgebung. "Das letzte Wort ist noch nicht gesprochen." In einem ist sich Eigenmann jedoch ganz sicher: "Der Getreidespeicher wird ein neues Wahrzeichen für Zürich".