Das vom Parlament angestrebte Ziel - eine Entlastung Auslastung von Bussen und Zügen während der Spitzenzeiten - kann nach Ansicht des Regierungsrates nicht erreicht werden.

Die Forderung nach einem "ZVV-Abo-light" hatten SP, CVP und EVP in einem Postulat gestellt. Nach Ansicht der Postulanten müsste dieses Abo mit Sperrzeiten während der morgendlichen und abendlichen Spitzenzeiten versehen sein.

Nicht gültig wäre das Abo demnach werktags zwischen 7 und 8.30 Uhr sowie zwischen 17 und 19 Uhr. Damit, so die Absicht, könnte die Auslastung von Bussen und Zügen im ZVV-Gebiet während der Randzeiten verbessert werden.

Keine spürbare Verlagerung

Nach Ansicht des Regierungsrates könnte mit einem "ZVV-Abo-light" allerdings keine spürbare Verlagerungswirkung erzielt werden, heisst es in der am Donnerstag veröffentlichten Antwort auf den Vorstoss. Daran würde auch ein hoher finanzieller Anreiz nichts ändern, ist die Regierung überzeugt. Sie beruft sich dabei auf eine neue ZVV-Studie.

Dazu komme, dass mit dem 9-Uhr-Pass bereits ein Angebot bestehe, das während der morgendlichen Hauptverkehrszeit nicht gültig sei und einen hohen Rabatt gewähre. Ein Abo mit morgendlichen und abendlichen Sperrzeiten sei dagegen für einen Grossteil der Pendlerinnen und Pendler keine Alternative.

Viele Arbeitgeber würden zwar eine gewisse Flexibilität bei der Arbeitszeitgestaltung, doch keine "umfassende Freiheit" erlauben. Zudem hätten viele Pendler weitere private Verpflichtungen wahrzunehmen, welche es nahezu verunmöglichten, regelmässig ausserhalb der Sperrzeiten zu reisen.

"Kannibalisierungs-Effekt"

Zudem befürchtet die Regierung einen "Kannibalisierungs-Effekt": So könnte das neue Abo ein bereits bestehendes Angebot schwächen. Analysen des günstigen 9-Uhr-Passes zeigten, dass rund 50 Prozent der Besitzer Pendler sind, die schon vor der Einführung des 9-Uhr-Passes ausserhalb der Hauptverkehrszeiten gereist sind.

Bei diesen Personen habe der 9-Uhr-Pass also nicht in erster Linie zur erwünschten Verkehrsverlagerung geführt, sondern eher zum Umsteigen auf das preisgünstigere Ticket. Dies führte beim ZVV zu "Einnahmenverlusten, denen kein spürbarer direkter Nutzen gegenübersteht." Tarifliche Anreize müssten daher immer auf ihre Gesamtwirkung geprüft werden.

Die geforderte Verlagerung bei gleichzeitiger Wahrung der grösstmöglichen Flexibilität könnte nach Ansicht des Regierungsrates allenfalls durch ein elektronisches Ticketing-System erreicht werden, das jede Fahrt unabhängig vom Verkehrsmittel und ohne Zugangsbarrieren erfassen und abrechnen könnte. Ein solches System bestehe derzeit aber weder im ZVV noch in irgendeinem anderen Verkehrsverbund. (sda)