Platzgestaltung
Der neue Sechseläutenplatz nimmt Gestalt an

Seit gestern werden auf dem Zürcher Sechseläutenplatz die Platten aus Valser Quarzit verlegt. Doch Sechseläuten 2013 wird noch auf Kies stattfinden – und auf extraweichem Granulat.

Von Matthias Scharrer
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Die Baustelle Sechseläutenplatz vom Opernhaus aus gesehen. Vorne rechts der neue Bodenbelag aus Valser Quarzit.

Die Baustelle Sechseläutenplatz vom Opernhaus aus gesehen. Vorne rechts der neue Bodenbelag aus Valser Quarzit.

Gestern um 13 Uhr gings los: Bauarbeiter begannen, vor den Treppen des Opernhauses Zürich die ersten Steinplatten für den neuen Sechseläutenplatz zu verlegen. Nach jahrelanger Planung wird damit die Neugestaltung des berühmten Platzes zwischen Opernhaus und Bellevue fassbar.

Allerdings: Bis zum Sechseläuten am 15. April wird erst ein kleiner Abschnitt des Platzes mit den neuen Platten aus Valser Quarzit belegt sein. Der Abschluss des Frühlingsfests mit der Verbrennung des
Bööggs und dem Ritt der Zünfter um den Scheiterhaufen findet dieses Jahr noch grösstenteils auf Kies statt. «Die Steinplatten werden vom Opernhaus aus sukzessive zum Bellevue hin verlegt», sagt Stefan Hackh, Sprecher des Stadtzürcher Tiefbauamts. Das dauere voraussichtlich bis Ende dieses Jahres.

Weiches Granulat für die Pferde

Für die Pferde der Zünfter wird Sechseläuten 2013 dennoch ein Testlauf für die Zukunft. Erstmals kommt nämlich auf dem Sechseläutenplatz ein weiches Granulat namens «Green Turf» zum Einsatz. Es soll auch in Zukunft dafür sorgen, dass den Tieren auf dem harten Untergrund des neu gestalteten Platzes beim Sechseläuten die Füsse nicht zu sehr wehtun.

Der Böögg mitsamt Scheiterhaufen wird jedoch noch ein Jahr warten müssen, bis er auf neuem Untergrund zu stehen kommt: Der speziell hitzeresistente Kreis aus Schamottstein in der Mitte des Platzes wird laut Hackh nämlich erst nächstes Jahr eigens fürs Sechseläuten platziert. «Er wird jeweils nur am Sechseläuten verlegt. Die übrige Zeit erstrahlt die Fläche in Valser Quarzit», so Hackh weiter.

Im kommenden Frühling werde der Platz dann auch «möbliert»: mit 5 Bauminseln, 51 Bäumen, Sitzgelegenheiten und einem Wasserspiel. Wegen der Baustelle müssen sich die Zünfter für den Abschluss ihres Traditionsanlasses dieses Jahr noch mit einer Fläche zufriedengeben, die laut Hackh etwa um einen Sechstel kleiner ist als sonst.

Böögg leicht verschoben

Doch Andreas Weidmann, Sprecher des Zentralkomitees der Zürcher Zünfte, ist zufrieden: «Wir haben mit dem Tiefbauamt eine gute Lösung gefunden, sodass das Sechseläutenfest trotz der Bauarbeiten stattfinden kann.» Der Böögg werde dieses Jahr – vom Bellevue aus gesehen – etwas weiter rechts platziert, damit trotz Baustelle genug Platz bleibt, um ihn hoch zu Ross zu umkreisen. «Mit blossem Auge sieht man den Unterschied nicht», so Weidmann. Und für die Rosse werde der neue Platz dank des Granulats, das auch im Hallenstadion bei Reitsportanlässen zum Einsatz kommt, schon ab diesem Jahr ohnehin bequemer.

Mit der Neugestaltung wird der Sechseläutenplatz dank der Verlegung der Parkplätze vor dem Opernhaus in den Untergrund mehr als doppelt so gross wie bisher. Im vergangenen Herbst stimmten die Stadtzürcher Stimmberechtigten dem 17-Millionen-Franken-Projekt deutlich zu. Vor nunmehr zehn Jahren hatten sie bereits den Gestaltungsplan für das Projekt abgesegnet. Der erweiterte und neu gestaltete Platz im Herzen der Zürcher City hat eine Fläche von rund 16 000 Quadratmetern.