Öffentlicher Verkehr
Der Nachtzuschlag wird nicht abgeschafft

Nachtschwärmer sollen auf dem Netz des Zürcher Verkehrsverbundes (ZVV) auch in Zukunft einen Nachtzuschlag von 5 Franken bezahlen müssen. Der Zürcher Regierungsrat beantragt dem Kantonsrat, ein Postulat, das die Aufhebung verlangt, abzulehnen.

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Derr Nachtzuschlag muss auch weiterhin bezahlt werden (Archiv)

Derr Nachtzuschlag muss auch weiterhin bezahlt werden (Archiv)

Keystone

Das Postulat von Rosmarie Joss (SP, Dietikon) stehe in klarem Widerspruch zu dem vom Kantonsrat im Februar gefassten Beschluss, schreibt der Regierungsrat in seinem am Donnerstag publizierten Bericht. Das Kantonsparlament hatte damals den ZVV für die Fahrplanjahre 2012 bis 2016 auf einen kostendeckenden Betrieb verpflichtet.

Ein Minderheitsantrag der SP, auf einen kostendeckenden Betrieb zu verzichten, wurde damals mit 45 gegen 112 Stimmen deutlich abgelehnt. Unterstützung erhielt die SP lediglich von den Grünen.

Eine Überweisung des Postulates würde ein falsches Signal setzen, schreibt die Regierung. Die Verlässlichkeit der Planungsgrundlagen würde damit infrage gestellt, zumal sich seit dem Kantonsratsbeschluss an der Sachlage nichts geändert habe.

Nachtzuschlag hat seine Berechtigung

Nach Ansicht des Regierungsrates hat der Nachtzuschlag durchaus seine Berechtigung. Durch den Betrieb des Nachtnetzes entstünden gegenüber dem regulären Betrieb zusätzliche Kosten. Unter anderem würden mehr Mitarbeitende des Fahrdienstes benötigt, die mit einem Zuschlag entlöhnt werden müssten.

Überdies weiche der Tarifverbund «Nordwestschweiz» mit der geplanten Aufhebung des Nachtzuschlages von der vorherrschenden Meinung in der Deutschschweiz ab. Die Kantone AG, AI, AR, SH, SZ, SO, SG, TG und ZG hielten alle am Nachtzuschlag für ihr entsprechendes Nachtangebot fest. Schon aus diesem Grunde sei das Postulat nicht zu überweisen.

JUSO: Realitätsfremder Entscheid

Die Empfehlung, das Postulat nicht zu überweisen, bezeichnen die JUSO in einer Mitteilung als realitätsfremd. Der Regierungsrat habe einen Entscheid gegen die Jugend und gegen den Willen von knapp 5000 Unterzeichnenden der Petition «Nachtzuschlag abschaffen» der JUSO getroffen.

Wenn sich sogar die Zugsbegleiter für eine Abschaffung des Nachtzuschlags einsetzten, könne das der Regierungsrat nicht einfach ignorieren, wird Kantonsrätin und JUSO-Mitglied Rosmarie Joss zitiert. Der Nachtzuschlag sei unnötig.