Zürich

Der Leitfaden für Wein-Banausen — 12 Tipps für gelungenen Besuch auf der Zürcher Weinmesse

Die Weinmesse in Zürich dauert noch bis am 14. November. (Themenbild)

Die Weinmesse in Zürich dauert noch bis am 14. November. (Themenbild)

Lust aufs Weinschiff, aber Angst sich zu blamieren? 12 Tipps vom Fachmann für einen gelungenen Besuch auf der Zürcher Weinmesse Expovina, die noch bis 14. November dauert.

Die Zürcher Weinflotte liegt am Bürkliplatz wieder vor Anker: 125 Winzer und Händler präsentieren ihre besten Tropfen. An den 170 Ständen werden 4000 Weine aus sechs Kontinenten zur Degustation angeboten. Doch wie schafft man es, auf den zwölf Schiffen den Überblick zu behalten und den passenden Wein zu finden? Für diese Zeitung hat der Buchser Weinhändler Bruno Jeggli mit seinem Team einen kleinen Leitfaden mit 12 Ratschlägen zusammengestellt.

1. Gehen Sie bevorzugt in der ersten Messehälfte an die Expovina. Dann hat es tendenziell weniger Besucher. Die Nachmittage gelten als Geheimtipp.

2. Legen Sie sich wenn möglich vor der Messe ein Weinthema zurecht, zum Beispiel eine bestimmte Traubensorte oder ein bestimmtes Gebiet. Vielleicht ein Land, in das Sie demnächst reisen – oder eine Sorte, von der Sie bereits wissen, dass Sie Ihnen gefällt.

3. Eventuell zwei Messebesuche einplanen, statt alles an einem Tag verkosten.

4. Kleine Schlucke nehmen. Zwischen den Weinen lieber Wasser trinken statt Brot essen. Brot verringert das Empfindungsvermögen am Gaumen.

5. Nach 10 bis 15 Wein-Mustern ist es ratsam, eine Pause einzulegen oder etwas zu essen. In den Messerestaurants der Expovina gibt es Grill-Spezialitäten, Pasta-Gerichte, Fondue und Raclette oder die bekannten Chäs-Chüechli.

6. Entgegen der landläufigen Meinung, kann man Weissweine problemlos auch nach Rotweinen verkosten.

7. Nach Süssweinen ist das Verkosten von trockenen Weinen schwieriger; darum generell Süssweine gegen Ende des Messebesuchs degustieren.

8. Niemand verlangt, dass Sie Weine mittels fachlicher Begriffe bewerten. Sagen Sie einfach, ob er Ihnen schmeckt oder nicht – und wieso. Ist er allenfalls zu süss, zu trocken, zu pelzig? So kann die Händlerin oder der Händler etwas Passenderes für Sie suchen.

9. Dunkle Rotweine sind nicht zwingend besser als hellere. Die Weinfarbe sagt recht wenig über die Qualität eines Weines aus.

10. Fragen Sie am Stand, welcher Wein zu Ihrem Lieblingsgericht passt. Und fragen Sie besser, ab wann ein Wein besten Genuss bietet statt wie lange Sie ihn lagern können.

11. Wenn Sie zuerst oder nur nach dem teuersten Wein fragen, outen Sie sich eventuell als Laie und verpassen den spannenden Wein zum attraktiven Preis.

12. Kaufen Sie Weine, die Ihnen beim Degustieren schmecken.Es gibt (fast) keine Weine, die erst nach Jahren gut werden. Der Wein hat von Anfang an Balance und Ausgewogenheit und somit alles was es braucht für ein tolles (oder eben nicht so tolles) Trinkerlebnis. Natürlich kann sich der Wein verfeinern, aber grobe Gerbstoffe oder (zuagressive) Säure verschwinden nicht einfach so. (hz)

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