Suizidbeihilfe

Der Kirchenrat lehnt die Suizid-Initiativen ab

Ein Zimmer der Sterbehilfeorganisation Dignitas (Symbolbild, Archiv)

Ein Zimmer der Sterbehilfeorganisation Dignitas (Symbolbild, Archiv)

Der Kirchenrat, die Exekutive der evangelisch- reformierten Landeskirche des Kantons Zürich, lehnt die beiden Initiativen zum Thema Suizidbeihilfe ab, wie er am Dienstag mitteilte. Die beiden Vorlagen kommen am 15. Mai zur Abstimmung

Die Volksinitiativen würden der «ausdifferenzierten Situation einer pluralistischen Gesellschaft nicht gerecht», schreibt der Kirchenrat in seinem Communiqué. Sie seien «nicht der geeignete Weg aus dem Spannungsfeld, zwischen dem Schutz des Lebens und dem Respekt vor Gewissensentscheiden».

Grundsätzlich allerdings hält der Kirchenrat die Beihilfe zum Suizid für «äusserst problematisch». Und die Ausmasse, welche der Sterbetourismus mittlerweile angenommen habe, bestätigten diese Einschätzung.

Es sei dem Kirchenrat aber auch bekannt, dass es schwer leidende Menschen gibt, die sich dafür entscheiden, ihrem Leben ein Ende zu setzen. Geschehe ein Suizid aus innerer Not, so verurteile ihn der Kirchenrat nicht. Er stehe deshalb hinter der geltenden Gesetzgebung, welche den Suizid und die Beihilfe dazu regelt.

Die organisierte Suizidbeihilfe müsse man aber unterscheiden von Handlungen aus Gewissensnot. Sie brauche deshalb strenge Auflagen. Der Kirchenrat begrüsst deshalb, dass der Bund Gesetzesvorlagen zur Regelung der Tätigkeit von Suizidhilfeorganisationen ausarbeitet. Es sei auch gut, dass dazu eine verstärkte Förderung der Suizidprävention und der Palliativmedizin gehörten.

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