Pilotprojekt
Der Kanton möchte an der Waldgrenze bessere Klarheit schaffen

Die Waldfläche im ganzen Kanton Zürich soll nicht weiter zunehmen. Wo der Wald endet und wertvolles Kulturland beginnt, will der Regierungsrat künftig für jede Gemeinde genau festlegen. In Wädenswil soll getestet werden, ob sich dieses Vorgehen bewährt

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Bäume, die über die gezogene Waldgrenze einwachsen, dürfen also künftig ohne Bewilligung gefällt werden

Bäume, die über die gezogene Waldgrenze einwachsen, dürfen also künftig ohne Bewilligung gefällt werden

Albert Menozzi

Der Wald geniesst in der Schweiz einen starken Schutz, seine Fläche darf nicht abnehmen. Doch immer wieder kommt es zu Unklarheiten, wo genau die Waldgrenze verläuft. Weil sich der Wald sogar eher wieder ausbreitet, geht stellenweise wertvolles Landwirtschaftsland verloren, wie die Zürcher Baudirektion am Dienstag mitteilte.

Der Bund hat deshalb den Kantonen im Rahmen des neuen Waldgesetzes die Möglichkeit eingeräumt, auch ausserhalb der Bauzone künftig so genannte "statische", also feste Waldgrenzen zu ziehen. Davon macht Zürich nun Gebrauch. Im Richtplan legt der Regierungsrat fest, dass diese Grenzen künftig fix sein sollen.

Festgesetzt werden sollen sie in einem gemeinsamen Plan mit den kantonalen Nutzungszonen für jede Gemeinde. Diese legen die Funktion von Flächen ausserhalb des Siedlungsgebietes fest. Bäume, die über die gezogene Waldgrenze einwachsen, dürfen also künftig ohne Bewilligung gefällt werden.

Auch dem Kulturland gebührt Schutz

Damit soll wertvolles Kulturland nicht mehr verloren gehen, wie die Baudirektion schreibt, etwa Landwirtschaftsland, das für die Nahrungsmittelproduktion benötigt wird. Es soll aber auch ganz klar gemacht werden, bis wohin der Wald strikten Schutz geniesst.

Zudem bietet die neue Regelung allen Grundeigentümern Rechtssicherheit, heisst es weiter. Wer Wald besitze, solle genau wissen, was ihm gehört. Wer an den Wald grenzendes Land besitzt, soll sicher sein, dass ihm dieses erhalten bleibt.

In Wädenswil will die Baudirektion prüfen, ob sich dieses Vorgehen in der Praxis bewährt. Dort sind die kantonalen Nutzungszonen und die Waldgrenze deshalb bereits genau definiert und festgelegt worden. Vom 20. Januar bis zum 20. März liegen die Pläne öffentlich auf. Verläuft das Verfahren erfolgreich, soll mit der Festsetzung im ganzen Kanton begonnen werden.