Zürich

Der Kanton erteilt Holzschlag-Gegnern eine Abfuhr

Letzmals wurde im Denzler-Gebiet 1978 geholzt. Ein Eingriffsturnus von 30 Jahren sei üblich, sagt die Baudirektion.

Letzmals wurde im Denzler-Gebiet 1978 geholzt. Ein Eingriffsturnus von 30 Jahren sei üblich, sagt die Baudirektion.

Pro Uetliberg will verhindern, dass am Zürcher Hausberg 2100 Bäume gefällt werden. Eine Beschwerde hat die kantonale Baudirektion nun aber abgewiesen.

Grün Stadt Zürich fällt derzeit am Uetliberg fleissig Bäume. Auf einer Fläche von 29 Hektaren wird im Denzler-Gebiet bis Ende Jahr 20 Prozent des Bestandes verschwinden. 2100 von 10 500 Bäumen kommen weg (wir berichteten).

Dagegen wehrt sich der Verein Pro Uetliberg. Nachdem die Naturschützer erfolglos bei Grün Stadt Zürich protestierten, sind sie mit einer Aufsichtsbeschwerde an die kantonale Baudirektion gelangt. Doch auch die lässt die Fäll-Aktion zu, wie nun dem Antwortschreiben zu entnehmen ist.

Der Holzschlag verletze weder die Schutzverordnung noch das Waldgesetz, noch sei er unvereinbar mit dem Bundesinventar der Landschaften und Naturdenkmäler (BLN), heisst es darin. Der betroffene Waldabschnitt ist Teil des BLN-Schutzgebiets Albiskette-Reppischtal.

In ihrer Begründung schreibt die Baudirektion, dass sich die Flächen im Bereich Denzler sehr gut eignen würden, um lichte und strukturreiche Waldbestände zu schaffen – und damit Lebensraum für lichtliebende Pflanzen und Tiere wie etwa Orchideen, Reptilien und Tagfalter.

Um diese in der Schutzverordnung angestrebte Biodiversität zu erreichen, müsse der Wald gelichtet werden. So sehe es auch der kantonale Waldentwicklungsplan vor. Gemäss diesem ist im Denzler-Gebiet vorrangig die biologische Vielfalt zu fördern.

Auch mit dem BLN stehe der Holzschlag im Einklang. Das Waldbild werde wohl für einige Zeit deutlich verändert, das BLN-Objekt als Ganzes aber nicht beeinträchtigt. Der Eingriff sei schliesslich eng begrenzt und keineswegs grossflächig. Dieser sei zwar «im Verhältnis zum Ausgangsbestand relativ stark», räumt die Baudirektion von Regierungsrat Markus Kägi (SVP) ein. Doch gelte es zu bedenken, dass die Waldbewirtschaftung in diesem steilen Gelände sehr schwierig und aufwendig sei. Letztmals wurde dort 1978 geholzt. Ein Eingriffsturnus von 30 Jahren sei unter solchen Umständen üblich und sachgerecht, auch wenn dabei jeweils grössere Mengen an Holz anfallen.

«Wir geben nicht auf»

Zudem sei der Holzschlag aus Sicherheitsgründen erforderlich, schreibt die Baudirektion. Wenn sich im Waldgebiet zu viel Holz ansammle, dieses zu dicht mit Bäumen bestückt sei und sich nicht verjüngen könne, erfüllte es seine Schutzfunktion nicht mehr.
Der Verein Pro Uetliberg will nächste Woche mit seinem Anwalt das weitere Vorgehen besprechen. Präsidentin Margrith Gysel lässt aus den Ferien nur so viel ausrichten: «Wir geben nicht auf und suchen nun nach anderen Wegen, um solche Kahlschläge zu verhindern.»

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