Zürich
Der Kampf um günstige Wohnungen verschärft sich

Die Schwere zwischen teuren und günstigen Wohnungen in der Stadt Zürich geht immer weiter auseinander. Günstige Wohnungen werden zunehmend rarer. Vermieter und Hauseigentümer können den Ansturm häufig kaum mehr bewältigen.

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Noch nicht einmal fertig gebaut und bereits unzählige Interessierte für die Wohnungen Kronenwiese
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Kronenwiese-Überbauung in Zürich
Luftaufnahme der Kronenwiese-Überbauung
Eine 5 1/2-Zimmer-Musterwohnung

Noch nicht einmal fertig gebaut und bereits unzählige Interessierte für die Wohnungen Kronenwiese

Keystone

Vermieter und Hauseigentümer, die eine preiswerte Stadtwohnung ausschreiben, können den Ansturm der vielen Bewerbungen häufig kaum mehr bewältigen. Der Grund dafür: Die Schere zwischen dem Angebot an teuren und günstigen Wohnungen geht zusehends weiter auseinander. Wohnungen bis zu 2000 Franken sind mittlerweile rar geworden und entsprechend begehrt. Angebote unter 1000 Franken sind in den Städten praktisch nicht mehr auf dem Markt, wie die "NZZ am Sonntag" berichtet.

In diesen Tagen standen in Zürich insgesamt 5000 Interessenten Schlange, um eine von knapp 90 neuen Wohnungen in einer städtischen Überbauung zu besichtigen. 30 000 Anrufe erhielt die Liegenschaftsabteilung der Stadt kürzlich auf ein Inserat für eine günstige 2-Zimmer-Wohnung. In beiden Fällen mobilisierte der tiefe Mietzins die Scharen von Bewerbern. Dabei nimmt das Buhlen um günstige Wohnungen zuweilen skurrile Formen an. So erhält die Zürcher Liegenschaftenverwaltung Vorstellungs-Filme, Bastelarbeiten, Kinderzeichnungen oder selbstkomponierte Musik.

Mit Kreativität wollen sich diese Wohnungssuchenden von der anonymen Masse der andern potenziellen Mieter abheben. Der Ökonom Peter Schmid, Präsident zweier Baugenossenschaften, rechnet langfristig mit negativen Auswirkungen der heutigen Wohnungsknappheit. Er prognostiziert, dass die Entwicklung der Mietzinsen zu mehr Fürsorgefällen führe.