Dies geht aus einem Gesuch zuhanden des Bakom hervor. Hintergrund des Gesuchs ist ein wirtschaftlicher Übergang der Konzession, welcher vom Bakom bewilligt werden muss.

Vor vier Jahren gelang Radio 105 der grosse Sprung. Das Uvek hatte der Eigentümerschaft um Giuseppe Scaglione und der italienischen Finelco-Gruppe eine UKW-Konzession für die Stadt Zürich erteilt. Eine zweite UKW-Konzession erhielt Scaglione für ein Programm, das seinen Betrieb nie aufnahm. Verkauft wurde diese Konzession an Ringier, welches damit sein Energy Zürich rettete.

Ringier entlöhnte die Kooperationsbereitschaft fürstlich: Von über fünf Millionen Franken Kaufpreis ist die Rede. Zudem übernahm Energy Zürich den Werbeverkauf von Radio 105 - mit Leistungsgarantie: zwei bis drei Millionen Franken soll Energy laut Insidern jährlich an 105 überwiesen haben, obwohl nur für einen Bruchteil der Summe Werbung verkauft worden sei.

Der Vermarktungsvertrag lief Ende 2012 aus. Gleichzeitig verschlechterte sich die Situation des Miteigentümers Finelco. Vom harten italienischen Radiomarkt gezeichnet, beschloss die serbelnde Finelco, sich aus der Schweiz zurückzuziehen. Scaglione stand nun ohne Ringier-Gelder da - und ohne italienischen Finanzierungspartner.

In der Folge wurde Radio 105 «jedem angeboten, der etwas von Medien versteht und geradeaus laufen kann», wie es ein Insider ausdrückt. SVP-Grösse Walter Frey soll sich den Sender ebenso angeschaut haben wie Radio-Pionier Roger Schawinski. Umso grösser die Überraschung, als Scaglione Anfang Juli den in der Branche relativ unbekannten Daniel Hartmann als neuen Miteigentümer präsentierte. Hartmann war lange Zeit Partner der Werbeagentur Contexta. Seit 2004 organisiert er Boxevents.

Geld soll nun auch wieder von Ringier fliessen: Die Music First Network AG als Betreiberin von Radio 105 hat die Energy Zürich AG dem Vernehmen nach auf eine Millionensumme eingeklagt. Der Vorwurf: Energy habe in den letzten Jahren auf dem Werbemarkt zu wenig Einsatz geleistet, weshalb 105 nun einen schweren Stand habe. Weder die Summe noch den Vorwurf wollen die Radiomacher kommentieren. Energy-Zürich-Chef Daniel Büchi bestätigt nur, dass sich die Energy Zürich AG in einem Rechtsstreit mit der Music First Network AG befinde.

Hartmann blickt optimistisch in die Zukunft. «Ich gehe davon aus, dass wir bis in zwei Jahren täglich 300 000 Hörer haben werden», sagt er. «105 ist ein Radioformat, das bei jüngeren Erwachsenen voll ins Schwarze trifft.»