Der Flughafen plant Grosses für grosse Geschäftsflieger

Bauprojekt mit Hangars, Sicherheits- und Zollkontrolle, Lounges und sieben Stockwerke umfassendem Büroriegel wurde vorgestellt.

Manuel Navarro
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So stellt sich der Flughafen den neuen Gebäudekomplex im Westen des Areals vor.

So stellt sich der Flughafen den neuen Gebäudekomplex im Westen des Areals vor.

Visualisierung: zvg

Die Tage des Spotterhügels im Westen des Flughafenareals bei Rümlang sind gezählt. Bis Ende dieses Jahres, vielleicht bis Anfang des nächsten Jahres, kann er noch genutzt werden. Danach wird er verschwinden: Denn der Flughafen Zürich braucht den bei Aviatikfans beliebten Fotoplatz für ein massives Hochbauprojekt.

Neu soll nämlich ein Grossteil der Geschäftsfliegerei im Westen des Geländes abgewickelt werden. Denn erstens ist die bisherige Infrastruktur für die Business Aviation im Osten des Flughafens inzwischen stark in die Jahre gekommen. Zweitens kann dort der Bedarf an Hangarflächen für grössere Geschäftsflugzeuge gar nicht mehr gedeckt werden. Und drittens soll das Areal im Osten dereinst sowieso für eine geplante Umrollung der Pisten genutzt werden.

Ab Montag liegen deshalb die Pläne für den neuen Gebäudekomplex auf. Dieser wird eine Fläche von rund 80 auf 280 Meter beanspruchen und eine Höhe von bis zu 30 Metern erreichen. Auf der Nordseite sind Hangars für die Privat- und Geschäftsfliegerei vorgesehen. Die Südseite des Gebäudes wird einen Terminalbereich umfassen. Darin eingebettet sind ein Empfangsbereich, eine Sicherheitskontrolle, eine Zollabfertigung sowie ein Wartebereich und Lounges für die Passagiere der Business Aviation. Auf der westlichen Seite – in Richtung Glatt – soll ein Büroriegel mit insgesamt sieben Stockwerken gebaut werden. Auf der Südseite schliesslich wird es Abstellplätze für die Geschäftsflieger geben.

Um den Gebäudekomplex zu erschliessen, soll die Rohrstrasse vom bisherigen Hauptsitz der Flughafen Zürich AG her um 750 Meter verlängert werden. Für das Parkieren von Fahrzeugen sind zwei Einstellhallen mit je 130 Parkplätzen sowie ein Aussenparkplatz mit weiteren 200 Parkfeldern vorgesehen. Noch nicht klar ist, wer dereinst alles in den neuen Gebäudekomplex einziehen wird.

Der Flughafen Zürich gibt in seinem Gesuch an, dass der Büro- und Hangarbereich auch für die Ambulanzjets der Rettungsflugwacht Rega genutzt werden soll. Und dass sich dort künftig der Hauptsitz der Jet-Basis der Rega befinden soll. Ob sich die Rega aber definitiv für diesen Standort entscheiden wird, ist noch nicht bestätigt.

Ebenfalls noch nicht klar ist, wann das Gebäude gebaut werden soll. Der Flughafen hat zwar ein Plangenehmigungsgesuch für das Projekt beim zuständigen Departement des Bundes eingereicht. «Wegen diverser Abhängigkeiten können die Bautermine noch nicht festgelegt werden. Es ist mit einer etappenweisen Umsetzung zu rechnen», schreibt der Flughafen Zürich.

Sicher ist hingegen: Die fotografierenden Flugzeugfans können aufatmen. Der Spotterhügel im Westen des Flughafens muss zwar dem geplanten Neubau weichen. Er verschwindet aber nicht, sondern zieht um. «Wenn die Bauarbeiten wie geplant ablaufen, werden wir einen nahtlosen Übergang zwischen dem alten Spotterhügel und dem neuen Spotterplatz haben», sagt Mediensprecherin Jasmin Boder. «Der neue Platz ist ebenfalls im Westen geplant, sogar rund 300 Meter näher zum Pistenkreuz, nördlich des heutigen Platzes zwischen der Piste und dem Waldrand.» Es werde auch wieder ein Imbissangebot geben, betrieben vom gleichen Anbieter wie bisher.