Schläger-Prozess

Der FCZ-Fan-Schläger muss ins Gegängsi

Ein Faustschlag veränderte zwei Leben (Symbolbild)

Ein Faustschlag veränderte zwei Leben (Symbolbild)

Das Bezirksgericht Zürich hat einen 26-jährigen Schweizer, der 2006 einen FC-Zürich-Fan mit einem Faustschlag invalid schlug, zu einer teilbedingten Freiheitsstrafe von 3 Jahren verurteilt. Die Staatsanwaltschaft hatte 5 Jahre gefordert.

Der Fall des heute 33-jährigen FC-Zürich-Fans hatte im Frühling 2006 landesweit für Schlagzeilen gesorgt. Der Carrosserie-Spengler feierte damals den Meistertitel des FC Zürich und geriet in den frühen Morgenstunden an der Schiffbaustrasse in Zürich zufällig in eine Pöbelei zwischen Betrunkenen.

Plötzlich ging der heute 26-jährige Kanalreiniger auf den FCZ-Fan los und versetzte ihm einen heftigen Faustschlag ins Gesicht. Das Opfer schlug mit dem Hinterkopf gegen den Asphaltboden auf und erlitt so schwere Verletzungen, dass er heute noch schwer behindert ist.

Bereits dritter Prozess

Der Vorfall beschäftigte das Gericht bereits zum dritten Mal. Grund dafür war eine rechtliche Knacknuss. Der Geschädigtenvertreter plädierte auf vorsätzliche schwere Körperverletzung und trat für eine empfindliche Strafe ein. Die Staatsanwaltschaft forderte eine Freiheitsstrafe von 5 Jahren wegen Eventualvorsatzes.

Der Verteidiger des Angeklagten ging weiterhin nur von einer fahrlässigen schweren Körperverletzung aus. Sein Mandant habe mit dem einzigen Schlag nie damit gerechnet, den Geschädigten so schwer zu verletzen. Eine Freiheitsstrafe von höchstens zweieinhalb Jahren sei zugunsten einer ambulanten Psychotherapie aufzuschieben, forderte er.

Hohe Schmerzensgelder

Das Bezirksgericht Zürich folgte bei der rechtlichen Würdigung der Verteidigung und schloss eine Vorsatztat aus. Mit dem einzigen Faustschlag liege keine Inkaufnahme einer schweren Körperverletzung vor, erklärte der Gerichtsvorsitzende.

Das Gericht taxierte den Faustschlag jedoch als schweres Verschulden und sprach deshalb eine teilbedingte Freiheitsstrafe von drei Jahren aus. Die Hälfte davon soll der Verurteilte absitzen.

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