Fussball
Der FC Dietikon wird vorgeführt

Die Limmattaler verlieren in der 2. Liga interregional gegen Höngg mit 2:6 und zeigen dabei defensiv Schwächen.

Michel Sutter
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Zu selten waren die Dietiker vor ihrem Gegnern am Ball.

Zu selten waren die Dietiker vor ihrem Gegnern am Ball.

Michel Sutter

«Unerklärlich», sagte Goran Ivelj nur und schüttelte dabei den Kopf. Minuten nach dem Abpfiff der Partie gegen Höngg stand der Dietiker Trainer als Einziger seines Teams noch auf dem Rasen der Primework-Arena Dornau. Seine Spieler hatten sich längst in die Kabine zurückgezogen, um die 2:6-Niederlage zu verarbeiten.

Ivelj meinte damit weniger das Resultat als die Defensivleistung seines Teams. Die Dietiker Abwehr inklusive Torhüter wirkte im Spitzenkampf gegen den Tabellenzweiten unkonzentriert, fahrig und stark verunsichert.

Das zeigte sich beim ersten Gegentor, als Hönggs Tyron Pepperday nach einem relativ simplen Haken die Dietiker Verteidiger aussteigen liess und den Ball an Torhüter Sven Gammel vorbei zum 1:0 für die Gäste einschoss. Anderthalb Minuten waren zu diesem Zeitpunkt gespielt.

Glücklicherweise konnten sich die Limmattaler nach diesem frühen Schock fangen. Nur sieben Minuten später setzte Dietikons Marjan Jelec den Ball nach einem Freistoss an der Strafraumgrenze über die Höngger Mauer und auch vorbei an Goalie Claude Blank schön ins Eck.

Nach dem Ausgleich kamen die Gastgeber besser in die Partie und erspielten sich ein Übergewicht. Die Bemühungen der Limmattaler wurden nach knapp 18 Minuten belohnt, als Zivko Cajic per Kopf zum 2:1 traf. Dietikon schien die Partie im Griff zu haben.

15 Minuten zum Vergessen

Schien. Denn nicht mal zehn Minuten später mussten die Limmattaler den nächsten Rückschlag verdauen: Pepperday traf per Kopf zum 2:2 – es war erst die zweite echte Torchance der Gäste gewesen. Und wieder waren die Dietiker zu wenig resolut gegen den Torschützen vorgegangen.

Noch eine Viertelstunde blieb zu spielen in der ersten Hälfte, und diese 15 Minuten gerieten für die Hausherren zum Desaster. Nach einem Gegenstoss erzielte Pascal Forny erst das 3:2 für die Gäste, und nur sechs Minuten später folgte das 4:2 durch Marco Riso – nach einem Gegenstoss notabene, bei dessen Unterbindung die Dietiker wieder zu wenig entschlossen wirkten.

Immerhin wehrten sich die Limmattaler, bei denen Torschütze Cajic und Naim Haziri verletzungsbedingt ausgewechselt werden mussten, nach der Pause gegen die drohende Niederlage. Und nach 50 Minuten gelang ihnen beinahe der Anschlusstreffer: Erst köpfte Fabio Capone den Ball aufs Tor, doch Blank reagierte glänzend und wehrte den Ball ab – direkt vor die Füsse von Luca Senicanin, der mit dem Nachschuss jedoch scheiterte. «Diese Torchance hätten wir nutzen müssen», haderte Ivelj.

Ein paar Minuten später traf Jelec ans Aussennetz, es war die beste Phase der Dietiker in diesem Spiel. Doch nach einer Stunde kam der nächste Nackenschlag für die Limmattaler: Antoni Forner Cuenca, aus abseitsverdächtiger Position gestartet, lief den Dietiker Verteidigern davon und schloss seine Aktion mit dem fünften Tor für die Gäste ab.

Bereits sechs Punkte Rückstand

Das Spiel war nun entschieden, daran hätte auch ein allfälliger Penalty nichts geändert, den die Dietiker nach einer Intervention von Blank gegen Capone im Strafraum reklamierten. Eine Viertelstunde vor Schluss machte Pepperday mit seinem dritten Treffer das halbe Dutzend für die Gäste voll.

«Die Höngger haben eine gute Mannschaft, aber wir haben ihnen zu viele Räume gelassen und viel zu viele Fehler gemacht», kritisierte Ivelj. «Wir haben dem Gegner sogar teilweise die Bälle zugespielt. Die sechs Gegentore haben wir uns selbst zuzuschreiben.»

Mit der Niederlage gegen Höngg haben die Dietiker nach zuletzt zwei Siegen in Folge im Kampf um einen Spitzenplatz einen herben Dämpfer erlitten. Denn Tabellenführer Team Aargau U-21 hat nach seinem Sieg bereits sechs Punkte Vorsprung auf die Limmattaler. «Das, was uns in den letzten beiden gewonnenen Spielen ausgezeichnet hat, haben wir uns kaputtgemacht», beklagte Ivelj.