Fall Mörgeli

Der Fall Mörgeli wird immer mehr zu einem Fall Aeppli

SP-Regierungsrätin Regine Aeppli und SVP-Nationalrat Christoph Mörgeli.

SP-Regierungsrätin Regine Aeppli und SVP-Nationalrat Christoph Mörgeli.

Abgekartetes Spiel oder doch nicht? Im Fall Mörgeli ist einiges klarer, nach dem Bericht der Aufsichtskommission nun vorliegt. Soll die Zürcher Regierungsrätin Regine Aeppli, die zu den Wahlen 2015 nicht mehr antritt, wirklich noch so lange bleiben.

War die Entlassung von SVP-Scharfmacher Christoph Mörgeli durch die Universität Zürich ein politisch abgekartetes Spiel? Mörgeli und seine Partei vertreten diese Sichtweise schon immer. Nun erhalten sie Schützenhilfe: Die zuständige Aufsichtskommission des Zürcher Kantonsrats wirft SP-Regierungsrätin Regine Aeppli Kompetenzüberschreitung vor. Aeppli persönlich habe Mörgelis Entlassung im September 2012 angeordnet, heisst es in dem Bericht. Damit ist der Fall Mörgeli jetzt definitiv auch ein Fall Aeppli. Doch ist der Fall damit auch klar?

Zweifel bleiben. Gewiss: Die Aufsichtskommission, der Vertreter von SVP, FDP, GLP, SP und Grünen angehören, hat den Bericht einstimmig verabschiedet. Einseitige Parteilichkeit liegt ihrer Deutung somit nicht zugrunde. Allein: Es bleibt eine Deutung. Eindeutig sind die Aussagen nicht, die die Kommission erfragt hat. Es steht Aussage gegen Aussage: Aeppli bestreitet die vom damaligen Unirektor beteuerte Version, wonach sie Mörgelis Entlassung angeordnet habe. Sie habe den Rektor lediglich zum Handeln aufgefordert, um weiteren Schaden von der Universität abzuwenden, sagt sie. Und: Hätte sie nichts getan, wäre ihr das als Führungsschwäche angekreidet worden. Ein Argument, das nachvollziehbar ist.

Dennoch: Der Kommissionsbericht ist ein harter Schlag für Aepplis Ruf. Ihren Rücktritt anlässlich der Kantonalzürcher Wahlen im Frühling 2015 hat Aeppli ohnehin schon angekündigt. Für die Neugestaltung der infolge der Affäre Mörgeli ebenfalls kritisierten universitären Führungsstrukturen wäre es wohl von Vorteil, wenn die Bildungsdirektorin nicht noch so lange ausharrte.

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