Zürich

Der durchschnittliche Cannabiskonsument ist 30-jährig, männlich und berufstätig

Die Mehrheit konsumiert Cannabis in Form eines Joints mit Tabak (Symbolbild).

Die Mehrheit konsumiert Cannabis in Form eines Joints mit Tabak (Symbolbild).

Eine Studie liefert Informationen für den regulierten Cannabisverkauf.

Der durchschnittliche Cannabiskonsument ist zu 80 Prozent männlich, etwa 30 Jahre alt und mehrheitlich berufstätig. Zu diesem Schluss kommt die interurbane Arbeitsgruppe Cannabis der Städte Zürich und Bern sowie der Kantone Basel-Stadt und Genf aufgrund einer im November durchgeführten Online-Befragung. Rund 5300 Teilnehmer haben Angaben zu ihrem Cannabiskonsum gemacht. Von insgesamt 3700 Personen erhielten die Forscher verwertbare Informationen.

Voraussetzung für die Teilnahme war, in den letzten 30 Tagen vor der Umfrage Cannabis zu konsumieren und das Interview vollständig zu beantworten. Die Befragten machten zudem Angaben über die Gründe und die Form ihres Konsums. Zwei Drittel von ihnen beziehen Cannabis oft oder immer über den Schwarzmarkt. Weitere 30 Prozent kaufen über Bekannte und 10 Prozent bauen selber an. Die Mehrheit konsumiert Cannabis in Form eines Joints mit Tabak. Als Grund für den Konsum nennt etwa die Hälfte der Befragten Genuss oder Spass. Die restlichen Konsumenten gibt als Motiv die Selbstmedikation an.

Bern, Basel, Genf und Zürich planen Pilotprojekte für den regulierten Verkauf von Cannabis.

Bern, Basel, Genf und Zürich planen Pilotprojekte für den regulierten Verkauf von Cannabis.

Mit der Online-Umfrage wollten die Projektverantwortlichen eruieren, ob Personen bereit sind, unter gewissen Restriktionen an einem regulierten Cannabisverkauf teilzunehmen. «In Zürich kommen ein paar Hundert Personen in Frage», sagt Morten Keller von den städtischen Gesundheitsdiensten.

Zu den besagten Restriktionen gehören während der Teilnahme am regulierten Cannabisverkauf die mehrmalige Beantwortung von Fragen zum Konsum und den persönlichen Gewohnheiten sowie medizinische Untersuchungen. Dazu gehören Blut-, Urin- oder Haarproben. Zudem sollten sich die Studienteilnehmer mit einem Ausweis identifizieren lassen. Wie die Umfrage zeigt, wären die Konsumierenden bereit, diese Regeln bei einem überwachten Cannabiserwerb in Kauf zu nehmen.

Gesuch wird vorbereitet

Aus den gewonnenen Erkenntnissen entwickeln die einzelnen Projektpartner die konkrete Gestaltung eines regulierten Cannabisverkaufs nun weiter. «Planmässig sollte das Projekt in den nächsten Monaten der Ethikkommission des Kantons Zürich vorgelegt werden können», sagt Keller. Die Finanzierung des Projektes sei dabei lokal gebunden. «Aufgrund der Befragung können nun beispielsweise die Kosten für den Cannabis-Konsum hochgerechnet und entsprechend budgetiert werden. Die Zahlen werden aber erst in den nächsten Wochen konkret», so Keller weiter.

Die Stadt Bern hat die Bewilligung für den regulierten Cannabisverkauf von der entsprechenden kantonalen Kommission bereits erhalten und bereitet nun ein Gesuch für das Bundesamt für Gesundheit (BAG) vor. Die Städte Zürich, Basel und Genf reichen ein solches zu einem späteren Zeitpunkt gebündelt beim BAG ein.

Die Liberalisierung von Cannabis war in der Stadt und im Kanton Zürich schon mehrfach ein Thema. Erst im November wurde dem Zürcher Stadtrat ein Postulat überwiesen, dass die Einführung einer «Green-Card» für Personen, die Cannabis aus medizinischen Gründen konsumieren dürfen, beantragt.

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