Das Ziel der 2000-Watt-Gesellschaft, das sich die Stadt Zürich in ihre Gemeindeordnung geschrieben hat, führt auch im öffentlichen Verkehr zu einem Umdenken: «Der Bus der Zukunft wird elektrisch angetrieben», sagte Frédy Vogler, VBZ-Bereichsleiter Technik, gestern vor den Medien. Die Verkehrsbetriebe Zürich testen daher seit April neue Technologien auf ihrem Liniennetz, um die Umstellung auf Elektrobusse voranzutreiben.

Höhere Energieeffizienz

Eine Marktanalyse habe ergeben: Die Energieeffizienz liege bei Elektrobussen mit 89 Prozent deutlich höher als bei Verbrennungsmotoren (25 Prozent) und Bussen mit Brennstoffzellen (35 Prozent). Schadstoffausstoss falle bei Elektroantrieb weg. Und langfristig dürften Elektrobusse gemäss VBZ-Marktanalyse auch am wirtschaftlichsten sein. Heute kostet ein grosser Hybridbus laut Vogler noch rund eine Million Franken – 400 000 mehr als ein herkömmlicher Autobus. Doch da sich die grossen Hersteller derzeit intensiv mit Elektroantrieb beschäftigen, dürften die Preise sinken.

Trolleybusse mit Batterien

Die VBZ planen eine stufenweise Umstellung auf Elektroantrieb. Als Übergangslösung erproben sie seit April einen Hybridbus, der teils mit Diesel, teils mit Batteriestrom fährt, wobei sich die Batterie beim Bremsen wieder auflädt. Ein zweiter Hybridbus soll als Ersatz für ein ausgebranntes Fahrzeug demnächst angeschafft werden.

Falls sich die Hybridbusse bewähren, wollen die VBZ bei der 2016 bis 2018 anstehenden Beschaffung von 60 bis 70 neuen Standard- und Gelenkbussen auf Hybridantrieb setzen. So liesse sich der Dieselverbrauch und der damit verbundene Schadstoffausstoss deutlich reduzieren. Allerdings beschränkt sich die Reichweite der grossen Gelenkbusse bei Elektroantrieb erst auf rund 20 Kilometer. Dann ist die Batterie leer.

Im Fokus der VBZ-Ökopläne stehen daher die Trolleybusse. Sie beziehen den Strom aus den Fahrleitungen, sind aber für Notfälle auch auf einen Hilfsantrieb angewiesen. Heute verfügt bereits die Hälfte der 70 VBZ-Trolleybusse über eine via Fahrleitung aufladbare Batterie als Hilfsantrieb, der sich ohne Zwischenstopp einschalten lässt. Die andere Hälfte benötigt für den Hilfsantrieb noch Diesel und muss fürs Umschalten extra anhalten. Geprüft wird nun, auch diese Trolleybusse mit Batterien nachzurüsten.

Um Trolleybusse auf kurzen Strecken vermehrt auch im Regelbetrieb ohne Fahrleitung einsetzen zu können, testen die VBZ seit April ein neues System. Es vereinfacht das automatische An- und Abhängen der Busse von den Fahrleitungen. Sollte es sich bewähren, könnten die VBZ damit zum einen viel Geld sparen, indem sie bei Verkehrsknotenpunkten auf Fahrleitungen verzichten. Beim Bucheggplatz, wo demnächst die Fahrleitungen zu ersetzen sind, liessen sich so laut Vogler rund 2,5 Millionen Franken einsparen. Zum anderen soll der Test mit dem neuen System Erkenntnisse für einen VBZ-netzweiten, flexibleren Einsatz von Trolleybussen bringen.

Reine Batteriebusse wollen die VBZ vorerst nur auf kleineren Quartierlinien einsetzen. Für grosse Busse sei die Technik noch zu wenig ausgereift und die Reichweite zu klein. Geplant ist zunächst eine Machbarkeitsstudie für die Umstellung der Quartierlinien auf Batteriebetrieb. Bei positivem Resultat soll 2016 ein Testbetrieb und ab 2019 die flächendeckende Umstellung folgen.

Nur erneuerbare Energie

Derzeit befördern die VBZ mit Trams und Trolleybussen 80 Prozent ihrer Fahrgäste mit elektrischer Energie. Dabei setzen sie ausschliesslich auf erneuerbare Energien, wie VBZ-Direktor Guido Schoch betonte. Im Vergleich zum gesamtschweizerischen Strommix habe jener, den die VBZ verwenden, 15 mal weniger CO2-Emissionen zur Folge.